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4. KW: Indexpolicen - die Lösung aller Probleme?

Der Versicherungsnehmer erhält bei einer Indexpolice die Möglichkeit, sich an der Wertentwicklung eines Aktienindex zu beteiligen; insofern werden die Index-Rentenversicherungen als ein Ausweg aus dem aktuellen Anlage- und Rendite-Dilemma angepriesen. Aber ist das wirklich so?

Index-Rentenversicherungen sollen die Sicherheit klassischer Rentenversicherungen mit den Chancen einer Aktienindex-Entwicklung kombinieren. Damit eignen sie sich eher für sicherheitsorientierte Kunden. Die Grundlage einer Indexpolice bildet die klassische Rentenversicherung, deren Garantien über das konventionelle Sicherungsvermögen erzeugt werden. Die Garantie wird dabei so gering wie möglich gehalten, wobei die eingezahlten Beiträge oftmals zum Rentenbeginn garantiert werden. Die gemäß der deklarierten Gewinnbeteiligung in den einzelnen Jahren zufließende Überschussbeteiligung geht allerdings nicht direkt in die Verträge ein, sondern wird für eine Indexbeteiligung eingesetzt. Das gesamte angesammelte Vertragsguthaben partizipiert als Sicherungsvermögen an der Wertentwicklung des ausgewählten Index. Es werden nicht Indexanteile gekauft, sondern Indexoptionen in Abhängigkeit vom Vertragsguthaben.

Wertentwicklung

Verläuft die Wertentwicklung des Index negativ, verliert der Versicherungsnehmer nichts von seinem Vertragsguthaben. Allerdings ist die eingesetzte Überschussbeteiligung des jeweiligen Jahres verloren, die eingesetzte Überschussbeteiligung ist verbraucht. Im schlechtesten Fall erzielt er dann in dem entsprechenden Jahr keine Rendite.

Befürchtet der Versicherungsnehmer weiterhin sinkende Indexkurse, dann kann er die Wahl einer alternativen Verwendung der Überschussbeteiligung in Form der direkten Zuteilung vornehmen. Hat der Vertrag mindestens ein Jahr bestanden, kann der Versicherungsnehmer jedes Jahr wählen, ob er die Überschüsse direkt zugeteilt bekommen oder für die Indexbeteiligung einsetzen möchte. Wählt er die konventionelle Überschussbeteiligung, ist ihm eine geringe Zuteilung zur Guthabenerhöhung sicher, setzt er die Überschüsse für den Index ein, hat er eine Chance auf eine höhere Wertsteigerung seines Vertragsguthabens. Auch eine prozentuale Aufteilung zwischen Index-Beteiligung und sicherer Verzinsung ist wählbar, teilweise kann zwischen einem Fondsanteil von 10 % bis 100 % und einem Anteil am Deckungsstock zwischen dann 90 % und 0 % variiert werden.

Indexschwankungen minimieren

Caps und Beteiligungsquoten sorgen dann dafür, dass ein Teil der positiven Wertentwicklung für die Finanzierung von negativen Verläufen quasi als Puffer benutzt wird, also nicht zur Erhöhung des Vertragsguthabens beitragen kann. Ein hoher Cap bzw. eine hohe Beteiligungsquote und die Finanzierung der Kappung der negativen Indexentwicklungen haben allerdings ihren Preis - und der geht zulasten der Überschussbeteiligung.

Sinkt die Überschussbeteiligung, sinkt auch die Indexbeteiligung und damit die Renditechancen. Viele Anbieter deckeln die Monatsentwicklung mithilfe eines Cap von unter 3,0 %. Ein positiver Cap fließt also mit höchstens 3,0 % in die Berechnung ein, während ein negativer voll eingerechnet wird. Wie hoch der Cap oder die Beteiligungsquote jeweils ist, legt jeder Versicherer jedes Jahr neu fest - und das abhängig von seinen Überschüssen und den Konditionen für die benötigten Derivate. Ebenso entscheidend ist, ob die Jahresrendite des Index, die Summe der Monatsrenditen oder die Summe der Monatsrenditen unter Berücksichtigung eines Cap in bestimmter Höhe vereinbart gilt. Alternativ verwendet ein Anbieter eine Indexquote, bei der die Monatsrenditen pro Indexjahr summiert werden.

Der Euro Stoxx 50 wird als gängiger Leitindex angesehen, er ist der sog. Standardindex. Vereinzelt werden aber auch der Dax® (Deutscher Aktienindex) oder Dax® Risk Control 20 RV (TR), kurz: Dax® RC 20 verwendet. Bei Letzterem werden die Kursschwankungen durch eine ergänzende Geldmarktanlage begrenzt. Teilweise wird auch auf einen volatilitätsbasierten Index zurückgegriffen, der sich an den Euro Stoxx 50 anlehnt, aber Dividendenzahlungen berücksichtigt. Auch Körbe mit verschiedenen Indizes werden verwendet, darunter ein Sachwerteindex. Es kann ggf. unter mehreren Indizes bei den einzelnen Anbietern gewählt werden.

Es erfolgt keine unmittelbare Investition per Anlage, der jeweilige Index wird lediglich nachgebildet, es werden also keine Anteile am Euro Stoxx oder den dort gelisteten Unternehmen erworben.

Der Versicherungsnehmer erhält so die Möglichkeit, sich an der Wertentwicklung eines Aktienindex zu beteiligen. Insofern gelten die Index-Renten als ein Ausweg. Nach Ablauf der Ansparphase wird aus dem angesparten Kapital eine lebenslange garantierte Rente gezahlt. Alternativ kann man sich für eine Kapitalauszahlung entscheiden. Im Todesfall wird das vorhandene Guthaben an die Hinterbliebenen ausgezahlt. So kann man an den Aktienkursentwicklungen partizipieren und muss gleichzeitig nicht auf die Sicherheitselemente einer klassischen Rentenversicherung verzichten.

Fazit

Allerdings belasten die Niedrigzinsen auch die Indexpolicen. Wenn die traditionelle Kapitalanlage im Deckungsstock nur noch geringe Überschüsse erbringt, dann kann auch immer weniger über die Garantiedarstellung hinaus in die Indexanlagen investiert werden. Eigentlich steckt der Versicherungsnehmer also auch hier weiterhin im traditionellen Lebensversicherungsmodell. Die Performance einer Indexpolice korreliert im Ergebnis stark mit der Höhe der Überschussbeteiligung - je niedriger diese ist, desto niedriger fällt auch der monatliche Cap oder die Indexquote aus. Je niedriger jedoch der Cap oder die Indexquote ist, desto niedriger ist die erwartbare Rendite der Indexpolice. Merke: Auch hier wird nur mit Wasser gekocht.

Woher kommen die Zuwächse, die nicht mehr verloren gehen, obwohl gar keine Anteile erworben wurden? Es müssen die im Hintergrund ablaufenden Derivate sein, die die Renditen sichern sollen.

Wer solche Produkte vermittelt, sollte diese sehr gut kennen und sich ausreichend Zeit für die Beratung beim Kunden nehmen. Es gilt in jedem Fall Enttäuschungen zu vermeiden und realistische Einschätzungen zu übermitteln und nicht einfach den tönernen Gewinnprognosen der Anbieter zu vertrauen.

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