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25. KW: Die Kunst als Investment und anspruchsvolles Versicherungsobjekt?

Autor: Yvonne Becker

2017 wurde unter Kennern bereits zu Jahresbeginn als das Superkunstjahr gefeiert. Mit der documenta in Kassel, der Kunstbiennale in Venedig, der Art Basel oder auch den alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur-Projekten in Münster…für Liebhaber ist Europa derzeit ein wahres Kunst-Mekka. Ein Grund mehr für VersicherungsPraxis24, Kunst einmal aus Berater- und Vermittlersicht zu betrachten. Ist Kunst als Investment oder Versicherungsobjekt ein interessantes Geschäftsfeld?

Eines steht fest, in Zeiten niedriger Zinsen wandert der Fokus der Anleger und Vermögensverwalter zwangsläufig auch auf die zur Verfügung stehenden Alternativen, allen voran Sachobjekte wie Immobilien, Oldtimer, Schmuck oder auch Kunstobjekte.

Zahlen und Trendstudien

Wenn man die letzten Studien zum globalen Umsatz im Kunstmarkt betrachtet, so zeigt sich ein positiver Trend. Denn laut Global Art Market Report 2017 wuchs der Umsatz von 2015 auf 2016 um 1,7 %. Die Zahlen bei Veröffentlichung des Reports im März wurden mit 45 Mrd. US-Dollar angeben, mit Betonung guter Aussichten auch für 2017.

Im letzten Jahr hatten auch Deloitte und ArtTactic die Kunstszene wieder unter die Lupe genommen und sich im globalen Art & Finance Report 2016 beispielsweise dem Kaufinteresse der Sammler stärker zugewandt. Danach steht für Sammler die langfristige Sicherung von Werten im Fokus und es geht weniger um die kurzfristige und schnelle Renditen. Der Kauf eines Kunstwerkes ist Leidenschaft für 72 % der Kunstsammler, während 6 % nach Renditeaspekten kaufen. 22 % der Befragten sehen Kunst als Sammelobjekt. Nach dem Report gewinnt die finanzielle Komponente aber zunehmend an Bedeutung.

Aber auf welches Pferd setzt man?

Bei der Immobilie gibt es den simplen Spruch: Lage, Lage, Lage. Aber wie ist das bei Kunstwerken? Ist Kunst doch ein Bereich, der Meinungen der Betrachter komplett auseinandergehen lässt. Experten raten beim Kauf der Kunstwerke z.B. auf die Konzentration auf Schlüsselwerke eines Künstlers zeitgenössischer Kunst, wenn das Kunstobjekt als Investmentanlage dienen soll und es dem Anleger vor allem auf die Sicherheit für eine substanzvolle Wertentwicklung ankommt. Aber Vorsicht: Große Wertsteigerungen innerhalb von Jahren oder Jahrzehnten sind eher die Ausnahme. Deshalb geben Vermögensberater auch eher den Rat, mit Kunst höchstens sein Depot anzureichern, zum Beispiel mit einem Anteil von 3 - 5 %.

Im Vergleich zu anderen Anlageprodukten punktet das Investment in Kunst auch auf der steuerlichen Seite. Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei. Zudem sind Kunstgegenstände unter bestimmten Voraussetzungen ganz oder teilweise von der Erbschaftsteuer befreit.

Die Kunst richtig versichern

Die Sparte Kunstversicherung ist eher als Nische zu sehen. Das Prämienvolumen am deutschen Markt wird von Julia Ries, Abteilungsleiterin Kunstversicherung bei Ergo, mit etwa 55 Mio. EUR beziffert - betrachtet man die GDV-Versicherer. Doch auch Nischen können für Versicherungsmakler ein lohnenswertes Feld sein, wenn sie durch Spezialisierung mit besonderer Expertise unter Kunstinteressierten auf sich aufmerksam machen.

Wer heute Kunst versichert, der sollte mindestens einen durchschnittlichen Prämiensatz von zweieinhalb Promille des Versicherungswertes ansteuern. Bei Leihgaben muss ein besonderer individueller Schutz gefunden werden, da Transport- und andere Risiken hinzukommen. Und natürlich darf die Cash Option nicht fehlen. Im Tausch gegen ein beschädigtes Werk bekommen Versicherte den vollen Versicherungswert ausgezahlt, wenn die Beschädigung eine mehr als 40 %ige Wertminderung ausmacht und in Branchenkreisen dann als Totalschaden gewertet wird.

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