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14. KW: Ehrenamt und Versicherungsschutz

Das freiwillige Engagement in Vereinen und Bürgerinitiativen oder die einfache Nachbarschaftshilfe ist für viele Menschen ein ganz fester Bestandteil ihres Lebens, denn sie wollen etwas bewegen, anderen helfen. Das verdient höchste Anerkennung und ist wichtig für unser Gemeinwesen, zumal damit Tätigkeiten sichergestellt werden, die ansonsten nicht wahrgenommen würden. Versicherungsschutz im Ehrenamt ist dabei ein wichtiges Thema für alle Beteiligten. Und: Das bürgerschaftliche Engagement darf nicht mit unkalkulierbaren Risiken verbunden sein.

Rund 31 Mio. Bundesbürger engagieren sich ehrenamtlich in den Bereichen Sport (16,3 %), Schule (9 %), Kindergarten (9 %), Kultur und Musik (10 %), Soziales (8,5 %), Religion (7,6 %), Umwelt- und Tierschutz sowie bei der freiwilligen Feuerwehr und Rettungsdiensten. Etwa ein Drittel der Ehrenamtlichen ist seit über zehn Jahren freiwillig tätig, mehr als 58 % der Ehrenamtlichen engagieren sich mit bis zu zwei Stunden pro Woche. Auf mehr als sechs Stunden wöchentlich kommen über 18 %. Die meisten Ehrenamtlichen sind mit einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von jeweils rund 47 % bei den 14- bis 29-Jährigen und den 30- bis 49-Jährigen zu finden. Es folgen mit 45,5 % die 50- bis 64-Jährigen und mit 34 % die ab 65-Jährigen.

Mehr als jeder Zweite, der noch nicht ehrenamtlich tätig war, ist bereit, sich zukünftig freiwillig zu engagieren. Jeder Ehrenamtliche, ob im Sportverein, als Fußballtrainer, als Feuerwehrmann, als Chorleiter, Helfer bei einer Tafel, im Pflegeheim oder Hospiz, in der Flüchtlingshilfe oder der Tierbetreuung, sollte deshalb seinen Versicherungsschutz überprüfen. So gilt es z.B. zu hinterfragen, wie der Ehrenamtliche bei seiner Tätigkeit gegen Schäden abgesichert ist, die ihm an seinem Körper oder seinem Eigentum entstehen. Zum anderen muss geklärt werden, inwieweit er für Schäden haftet, die er bei der ehrenamtlichen Tätigkeit verursacht.

Gesetzliche Unfallversicherung

Unter bestimmten Voraussetzungen steht derjenige, der im Interesse der Allgemeinheit tätig ist, wie ein Arbeitnehmer unter dem Schutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Voraussetzung ist, dass er freiwillig für bestimmte Träger und Einrichtungen ehrenamtlich tätig ist und für den Zeit- und Arbeitsaufwand keine Entlohnung erhält. Gesetzlich unfallversichert sind z.B. Ehrenamtliche, während sie für ein Rettungs- oder Zivilschutzunternehmen sowie in der Wohlfahrtspflege tätig sind (z.B. Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, freiwillige Feuerwehr, THW, AWO, ASB, Malteser, Johanniter usw.).

Eine gesetzliche Unfallversicherung erhalten zudem Personen, die in öffentlich-rechtlichen Einrichtungen wie einer Kirche, einer Gemeinde oder einer Schule ein Ehrenamt ausüben. Ebenfalls unter dem gesetzlichen Unfallschutz stehen alle, die in Vereinen oder Verbänden im Auftrag oder mit Einwilligung von Kommunen zum Wohle der Allgemeinheit ehrenamtlich tätig sind.

Bundesländer springen bei Beitragszahlung ein

Nicht dazu zählt hingegen das Engagement in Bürgerinitiativen, Nachbarschaftshilfe oder Unterstützung innerhalb der Familie. Um Ehrenamtliche in dieser Hinsicht abzusichern, hat beispielsweise das Bundesland Nordrhein-Westfalen (in anderen Bundesländern gilt ähnliches) eine Unfall- und Haftpflichtversicherung für die Menschen abgeschlossen, die nicht bereits anderweitig geschützt und in freien Initiativen oder Selbsthilfegruppen tätig sind. Es sind dies die sog. rechtlich unselbstständigen Vereinigungen zum Wohle des Gemeinwesens wie freie Initiativen und nicht eingetragene Vereine, Elterninitiativen, Umweltinitiativen, aber auch ehrenamtlich tätige Betreuer. Die Versicherung der Ehrenamtlichen ist für diese beitragsfrei; den Beitrag zahlt das jeweilige Bundesland. Eine Registrierung der ehrenamtlich Tätigen ist nicht erforderlich. Im Schadenfall genügt die Meldung an den zuständigen Versicherungsträger. Damit muss sich kein ehrenamtlich Tätiger mehr vor einem finanziellen Risiko fürchten, wenn die Tätigkeit nicht über eine Vereins-Haftpflichtversicherung abgedeckt war.

Ehrenamtliche sind jedoch nur während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit gesetzlich versichert. Sie sind es nicht im Rahmen einer Vereinstätigkeit, die nicht der Allgemeinheit dient wie z.B. als gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger wie Vereinsvorstand, Kassenwart, Schriftführer oder Schiedsrichter eines Vereins oder einer gemeinnützigen Organisation. Hier besteht dann allerdings die Möglichkeit den Verein oder sich selbst freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung zu versichern.

Bei einem Sturz etwa zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nur dann, wenn sich der Unfall in direktem Zusammenhang mit der Tätigkeit im Ehrenamt ergeben hat oder sich der Versicherte auf dem Hin- oder Rückweg zur ehrenamtlichen Tätigkeit befand. Ist die Erwerbsfähigkeit als Folge des Unfalles um mindestens 20 % gemindert, bekommt der Verletzte von der gesetzlichen Unfallversicherung eine monatliche Rente. Da der gesetzliche Unfallschutz weder rund um die Uhr noch uneingeschränkt im Ausland gilt, sollte man zusätzlich selbst vorsorgen.

Weitere Versicherungsoptionen:

  • Private Unfallversicherung/Vereins-Gruppen-Unfallversicherung : Wer sichergehen möchte, dass er umfassender abgesichert ist, kann dies mit einer privaten Unfallversicherung vornehmen.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Privat-Haftpflichtversicherung

  • Vereins-Haftpflichtversicherung : Vereine sollten eine Vereins-Haftpflichtversicherung vereinbaren. Sie bietet Schutz vor Schadenersatzansprüchen, die ein Geschädigter direkt von den Verantwortungsträgern und/oder dem Verein einfordert und damit auch Sicherheit für die satzungsgemäßen Tätigkeiten des Vereins, bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden an Dritten.

  • Veranstalter-Haftpflichtversicherung (kurzfristige)

  • Vermögensschaden -Haftpflichtversicherung : Diese bietet den persönlichen finanziellen Schutz vor dem privaten Haftungsrisiko als Verantwortungsträger sowie für das Vereinsvermögen bei Eigen- und Drittschäden, z.B. für den Fall, dass Schadenersatzansprüche gegen den Verein geltend gemacht werden.

  • Vereins-Rechtsschutzversicherung

  • D&O-Versicherung : Diese Art der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung versichert die Organe (Vorstand) des Vereins. Sie ist für den Verein nur zur Ergänzung in Verbindung mit der Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung sinnvoll, wenn hohe Versicherungssummen abgeschlossen werden müssen.

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