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Immobilienfinanzierung: Stimmung unter den deutschen Finanzierern wird schlechter

News-Datum: 10.08.2017
Verfasst von: [keine Angabe]
Thema: [keine Angabe]
Referenz: JURION 2017, 364322

Ist die Jubelzeit bei den Immobilienfinanzierern vorbei? Trotz weiterhin niedriger Zinsen verfliegt bei Finanzierern von Immobiliardarlehn offenbar langsam aber sicher die gute Laune.

Wie die BF Direkt AG in ihrem Quartalsbarometer (Q3/17) ermittelt hat, schätzen die Befragten den Markt momentan als "ausgeglichen" ein. Auf dem Quartalsbarometer schlägt der Zeiger kaum noch aus und pendelt sich mit einem Wert von 0,02 nahe dem Nullpunkt ein. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres lag dieser Wert mit 0,49 noch etwas deutlicher im positiven Bereich. Der positive Bereich des Quartalsbarometers steht hier für eine hohe Finanzierungsbereitschaft der Banken, der negative Bereich drückt dementsprechend Einschränkungen bei der Finanzierungsbereitschaft und Kreditvergabe aus. Zur Ermittlung des BF Quartalsbarometers befragt die BF Direkt AG viermal im Jahr über 120 mit der Kreditvergabe betraute Experten von verschiedenen Banken und anderen Finanzierern.

Wettbewerbsdruck steigt – Blase nicht in Sicht

Auffällig ist bei den Befragten die erhöhte Wahrnehmung institutioneller Investoren als Kreditgeber, so Francesco Fedele, CEO der BF Direkt AG. Versicherer und Versorgungswerke suchen aufgrund des "Anlagedrucks neue Nischen und treten vermehrt als Kreditgeber auf, was die Intensität des Wettbewerbs natürlich steigen lässt".

Manuel Köppel, CFO bei BF Direkt, bezieht indes zum Thema "Immobilienblase" Stellung: Sowohl der Loan-to-Cost, als auch die Margen bei Projektentwicklungsfinanzierungen sind seit mehreren Quartalen angestiegen. Zudem würden den höheren Beleihungsausläufen höhere Erträge bzw. höhere Risikopuffer gegenüber stehen, woraus Köppel das Fazit zieht, dass der "Markt funktioniert" und eine Blasenbildung daher nicht in Sicht ist.

Sozialimmobilien und Nischen im Fokus

Im Rahmen des Quartalsbarometers wurden auch die Finanzierungszwecke abgefragt. Ins Auge springt an dieser Stelle das Rekordniveau bei der Finanzierungsbereitschaft von Nischenfinanzierungen wie z.B. Mikroapartments und Studentenwohnungen. Ein Plus von 3,9 Prozentpunkten ist hier zu verzeichnen, von den Befragten gaben demnach 57,6 % an, derartige Finanzierungen zu begleiten. Damit ist dieser Anteil erstmalig genauso hoch, wie die Bereitschaft zur Bauträgerfinanzierung von Wohnimmobilien. Auch Sozialimmobilien (z.B. Pflegeheime, Krankenhäuser) rücken verstärkt in den Fokus (33,3 %, ein Plus von 4,1 Prozentpunkten). Eine weitere Auffälligkeit ist der Bereich Shoppingcenter/ Einzelhandelsimmobilien. Hier sank die Bereitschaft vom zweiten zum dritten Quartal recht deutlich von 84 % auf 79 %. Gleichzeitig gibt es mit 92 % keine Veränderung im Sektor Bestandsimmobilien ( Büro- und Wohnimmobilien). Auch die Ablehnungsgründe wurden beleuchtet. Rund 60 % der befragten Darlehnsgeber gaben zu hohe Projektrisiken und zu wenig Eigenkapital als Hauptablehnungsgründe an. Ein Beleg für "qualitätsbewusste Finanzierungen", so das BF Quartalsbarometer.

Zinsen hoch, Stimmung runter?

Ein großer Umbruch ist nicht erkennbar, aber eine Tendenz. Das Tal der Niedrigzinsen wird auf mittlere bis kurze Sicht durchquert sein, parallel dazu wird die Stimmung unter den Immobilienfinanzierern angespannter. Letzteres nicht zuletzt durch den härter werdenden Wettbewerb unter den Kreditgebern. Denn insbesondere Versicherer versuchen in der Niedrigzinsphase Kredite herauszulegen, um ihr Portfolio in der positiven Renditezone zu halten.