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Juchu! Endlich wieder ein neuer Widerrufsjoker... Oder: Wie sich Baufi-Vermittler immer wieder ins eigene Fleisch schneiden

News-Datum: 28.02.2017
Verfasst von: [keine Angabe]
Thema: [keine Angabe]
Referenz: JURION 2017, 354700

Super, wir sparen wieder Tausende Euro. Kaum ist der eine Widerrufsjoker beerdigt, wird ein neuer Widerrufsjoker geboren. Was seit Ende Januar wieder durch die Presse und die üblichen Portale verbreitet wird, klingt mal wieder nach einem wahren Geldregen. Ein Geldregen für den Kunden - was zunächst durchaus der Fall ist - und ein Geldregen für den Vermittler von Immobilienfinanzierungen - was im Zweifelsfall aber auch nach hinten losgehen kann. Kritik muss hier erlaubt sein...

© puje - Fotolia.de

Aber fangen wir vorne an: Der Vermittler hat vor Jahren seinen Kunden beraten. Geredet, gerechnet, verglichen und noch mehr gerechnet. Am Ende des Tages stand die Unterschrift des Kunden unter der Finanzierungsanfrage. Der Kunde wurde also gut beraten und war glücklich, dass er seinen Traum vom Eigenheim finanzieren kann. Und der Vermittler erhielt für seine gute Beratung sein Honorar. So weit, so gut.

Toller Trick!

Und was ist heute? Das Vertragswerk von damals, an das sich beide Seiten halten müssen, die gute und umfassende Beratung? Alles Schnee von gestern.

Der gleiche Vermittler unterstützt nun Kunden Baufinanzierungs-Kontrakte aufgrund lächerlicher Formfehler vorzeitig zu kündigen, um mit einer günstigen Umfinanzierung punkten und verdienen zu können. Ja lächerlich, denn - Hand aufs Herz - welchen Einfluss hat ein Punkt zu viel oder Komma zu wenig bei einer Widerrufsinformation? Der Kunde zahlt seit Jahren, denn er war mit der Beratung und dem Vertrag zufrieden. Jetzt wird der Kunde mit einer Lappalie "heiß gemacht" und nutzt diese lediglich als Vehikel, um an bessere Konditionen zu kommen! Ein Vehikel, dass keinerlei kausalen Zusammenhang mit der Sache an sich hat. Hier läuft doch was falsch!

Loyalität? Nachdenken? Vorausschauen? Fehlanzeige!

Natürlich spart der Kunde Geld, natürlich verdient der Vermittler auch wieder Geld. Aber macht sich mal jemand Gedanken über das Gesamtkonstrukt und die Konsequenzen? Dem Vermittler, der sich auf diese Weise neue Abschlüsse verschafft, dem brechen auf der anderen Seite auch Finanzierungen weg. Klar, "die anderen machen das ja auch". Für Kurzdenkende immer eine gute Verteidigungsstrategie. Was hier allerdings passiert und die Banken ins Mark treffen kann, das wird nicht bedacht... Oder von wem bekommt der Vermittler seine Provision?

Die Art und Weise wie Verbraucherverbände und einige Journalisten - die passender Weise auch noch ein Widerrufsportal betreiben - hier agieren und kommunizieren, hat nichts mehr mit Objektivität, Fairness und Verbraucherschutz im eigentlichen Sinne zu tun. Die Manier, die hier an den Tag gelegt wird, kann man schon fast als Hetze bezeichnen. Aufdringlich wie nie zuvor werden hier Kunden Richtung Widerrufs-Profis und Anwälte gescheucht, die dann auch noch mitverdienen.

Der Leidtragende wird in vielen Fällen der Darlehnsgeber sein, der sich immer häufiger überlegen muss, wem er sein Geld leiht. Und der sich auch hoffentlich überlegt, wer seine Finanzierungen vermitteln darf.

Hinweis

Dieser Artikel drückt lediglich die subjektive Meinung des Autors aus. Wer sich durch etwaige sarkastische und zynische Passagen ertappt fühlt, den bitten wir um Entschuldigung.