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Gebäudeversicherung - Kein Versicherungsschutz bei Eindringen von Sauerstoff in Solarheizung

News-Datum: 10.02.2017
Verfasst von: [keine Angabe]
Thema: [keine Angabe]
Referenz: JURION 2017, 353804

Für einen Schaden an einer in der Gebäudeversicherung mitversicherten Solaranlage durch einen abgelösten Schlauch ist der Gebäudeversicherer in der Regel nicht eintrittspflichtig. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (OLG Hamm, 11.03.2016 - 20 U 221/15) hervor.

Der Fall

Der Gebäudeeigentümer hatte bei dem beklagten Versicherer eine Gebäudeversicherung gegen die Gefahren Brand, Blitzschlag, Explosion, Implosion, Leitungswasser, Rohrbruch und Frost sowie Sturm und Hagel abgeschlossen. Darin eingeschlossen war auch eine Solarheizungsanlage einschließlich der auf dem Dach des Gebäudes befindlichen Sonnenkollektoren.

Die Kollektoren wurden beschädigt, als sich aus unbekannter Ursache ein Anschlussschlauch von einem Kühlmittel führenden Rohrstück löste und dadurch Sauerstoff in das System gelangte. Der Kläger verlangte entsprechend Ersatz der Kosten für die Erneuerung von Sonnenkollektoren, die aufgrund eines Austritts von Kühlflüssigkeit beschädigt worden seien.

Der Gebäudeversicherer sah sich nicht in der Pflicht und verweigerte die Leistung. Der Schaden sei weder durch einen Rohrbruch noch durch den bestimmungswidrigen Austritt von Leitungswasser entstanden.

Die Entscheidung

Das OLG Hamm teilte die Ansicht des Versicherers. Ein versicherter Leitungswasserschaden sei selbst dann nicht anzunehmen, wenn man die aus den Modulen austretende Kühlflüssigkeit mit Leitungswasser gleichsetzen würde. Denn die Kollektoren der Solaranlage seien nicht durch die Kühlflüssigkeit, sondern durch den in das System eingedrungenen Sauerstoff beschädigt worden.

Auch ein Rohrbruchschaden schied laut OLG aus. Ein Rohrbruch sei nicht schon bei einem Ablösen eines Anschlussschlauchs in der Flüssigkeit führenden Leitung zu bejahen. Er setze vielmehr stets eine Substanzverletzung im Material der jeweiligen Leitung voraus. Es genüge nicht, wenn sich intakte Anschlüsse verschieben oder ablösen und so einen Flüssigkeitsaustritt bewirken.