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13. KW: Optimale Vorbereitung auf die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34i GewO und ein paar Tipps zur Lernsystematik

Autor: Volker H. Grabis

Professor J.F. Volrad Deneke verfasste in seinem 1988 erschienen Buch zum „Berufsbild des Vermögensberaters“ einen Vorgeschmack auf die kommenenden Ereignisse. Sein Statement zur Entwicklung der Nachfrage nach professioneller Vermögensberatung und dem Strukturwandel in Vermögenswerten und Versorgungsansprüchen, war für viele damals noch reine Utopie. Die EU-Richtlinien der letzten Jahre haben uns Finanzdienstleister in den unterschiedlichen Bereichen der Vermögensberatung eines besseren belehrt. Aus der Utopie ist Realität geworden.

Es begann mit der Versicherungsvermittlerrichtlinie im Jahre 2002, dann die MIFID-Richtlinie 2004, die Verbraucherkreditrichtlinie 2008, die OGAW-Richtlinie 2009, die AIFM-Richtlinie 2011 und jetzt die Wohnimmobilienkreditrichtlinie aus dem Jahre 2014. Der Wandel ist fast vollzogen und qualitativ ist die Beratung in den letzten Jahren immer hochwertiger geworden. Aus- und Weiterbildung dient nicht mehr ausschließlich dem schnelleren und Umsatz steigernden Verkauf von Produkten der Finanzdienstleistung, sondern schafft ein solides Fundament für jeden einzelnen Berater zum Vorteil des Kunden und des Beraters.

In so vielen Bereichen unseres Lebens ist die Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen immer stärker in den Fokus gerückt. Selbst das magische Viereck des Stabilitätsgesetzes, wurde um zwei Aspekte in den letzten Jahren bereichert. Der Schutz der Umwelt und die gerechtere Einkommens- und Vermögensverteilung gehören heute in der Volkswirtschaftslehre zu den Ansprüchen einer vorbildlichen Wirtschaftspolitik.

Der Finanzdienstleister

Beziehen wir diese Aspekte der Volkswirtschaftslehre auf den Finanzdienstleister, könnte man die Preisniveaustabilität, mit der Stabilität von Versicherungsprämien vergleichen. Das stetige und angemessene Wirtschaftswachstum bezieht sich auf die sukzessive positive Bestands- und Umsatzentwicklung des eigenen Betriebes; der hohe Beschäftigungsgrad auf die One-Man-Show der vergangenen Jahre hin zum Unternehmen mit festangestellten Mitarbeitern. Selbst das außenwirtschaftliche Gleichgewicht, könnte man auf die Abhängigkeit des Finanzdienstleisters von einzelnen Produktanbietern beziehen. Genau diese Umsetzung von theoretischem Wissen, in die tägliche Praxis fehlt oft in den reinen Fachschulungen.

Strukturen der Berufszulassung

Die Strukturen der Berufszulassung nach § 34 d, f und i GewO sind in ihren Eckpunkten immer ähnlich. Neben der Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden, nachgewiesen durch ein Führungszeugnis und einem Auszug aus dem Gewerbezentralregister, müssen auch die geordneten Vermögensverhältnisse nachgewiesen werden. Hier liefert das Finanzamt eine sog. „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ und nun ist der Weg zur Hälfte schon geschafft. Eine Vermögensschadenhaftpflicht mit den jeweiligen vorgeschriebenen Versicherungssummen pro Einzelversicherungsfall und der Gesamtdeckung pro Jahr für alle Versicherungsfälle zusammen muss natürlich auch vorgelegt werden.

Sachkundenachweis

Bleibt noch der Nachweis der Sachkunde. Hier werden schon abgelegte Berufsausbildungen als gleichgestellte Qualifikationen anerkannt. Wer z.B. Bankkaufmann oder Versicherungskaufmann ist, wird als sachkundig eingestuft. Gewerbetreibende, die seit dem 16.03.2011 ununterbrochen den Nachweis liefern können, dass sie Immobiliar-Verbraucherdarlehn vermittelt und/oder beraten haben, werden auch als sachkundige Berater anerkannt.

Für alle anderen bleibt die IHK-Sachkundeprüfung als Nachweis der Sachkunde zur Erlangung der Gewerbeerlaubnis nach § 34 i GewO. Dabei ist festzuhalten, dass eine solche Überprüfung des vorhandenen Wissens vielleicht auch für alle anderen angebracht wäre. Denn durch die vielen Neuerungen sowie Verhaltensvorschriften und den dadurch entstehenden Haftungsfallen für den Berater, kann sich eine kleine Auffrischung recht schnell bezahlt machen.

Wir wollen unseren Berufsstand gerne als gleichwertigen Beruf zu einem Anwalt oder Arzt sehen, dann wäre es vielleicht auch an der Zeit, noch stärker in die Aus- und Weiterbildung der eigenen Person und der Mitarbeiter zu investieren. Wieso? Weil Sie z.B. als Unternehmer der zuständigen IHK die Sachkunde ihres Mitarbeiters gegenüber bestätigen müssen. Wie weisen Sie die Sachkunde für ihren Mitarbeiter, der im Beratungsprozess involviert ist, nach?

Lernsystematik

Nachstehend erhalten Sie einen kleinen Vorgeschmack, wie Ihre Mitarbeiter und Sie sich optimal auf die Sachkundeprüfung vorbereiten können und welche Lernsystematik sich bewährt hat. Als Beispiel zur Prüfungsvorbereitung dient ein kleiner Auszug aus dem Buch „Die IHK-Sachkundeprüfung für Immobiliardarlehnsvermittler nach § 34i GewO“ aus dem Wolters Kluwer Verlag.

„Als Aufschwung wird das Frühjahr bezeichnet oder auch als Expansionsphase. Die Kennzeichnen dieser Phase sind:

  • Zunehmende Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen

  • Zunehmende Produktion und Kapazitätsauslastung

  • Zunehmende Nachfrage nach Arbeit

  • Steigende Einkommen

  • Steigende Umsätze der Unternehmen

  • Steigende Gewinne der Unternehmen

  • Verringerung der Lagerbestände

  • Steigende Preise (Inflation)

  • Positive Stimmung an den Wertpapierbörsen

  • Wirtschaftslage wird positiv beurteilt.“

Eine Prüfungsaufgabe der letzten IHK-Sachkundeprüfung zu diesem Thema der Konjunkturzyklen könnte dann auch in der neuen Prüfung wie folgt lauten:

Welche Merkmale kennzeichnen die Aufschwungsphase der Konjunkturzyklen?

  1. a)

    Sinkende Löhne

  2. b)

    Verringerung der Lagerbestände

  3. c)

    Pessimistische Stimmung an den Wertpapierbörsen

  4. d)

    Steigende Arbeitslosigkeit

  5. e)

    Zunehmende Kapazitätsauslastung

Jahreszeitenvergleich

Selbst wenn das o.g. und von Ihnen erlernte Wissen nicht sofort abrufbar ist, das Fundament bildet der Vergleich zu den Jahreszeiten. Sie fragen sich also einfach, was passiert im Frühling mit der Natur?

Die Blätter bilden sich aus den Ästen der Bäume, sie wachsen und wachsen. Der Baum bietet immer mehr Schutz vor der Witterung. Regen, Sonne, Wind – der Baum bietet immer mehr Schutz. Manche Bäume bieten auch Früchte. Dadurch muss man nicht so viel Früchte lagern, weil man direkt vom Baum die Früchte pflücken kann = Verringerung der Lagerbestände. Im Frühjahr werden neue Kräfte geweckt, die Tage sind länger, man geht mehr raus und unternimmt mehr, als im Winter.

Zur Vorbereitung auf die Prüfung können Sie die eingerückten Definitionen jetzt schnell und effizient erkennen und lernen. Durch den bildlichen Vergleich zu den Jahreszeiten, bleiben die Konjunkturzyklen jetzt noch besser haften und dem Prüfungserfolg sollte nichts mehr im Wege stehen.