Thema der Woche

Susanne Görsdorf-Kegel, freie Journalistin und Autorin

 

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Thema der Woche - Aktuell

BAV: Grundsätze für die Nachbearbeitungspflichten des Versicherers
35. KW 2017
Geldwäschegesetz: Was Versicherungsvermittler in der bAV jetzt wissen müssen
34. KW 2017
Keine Pflicht zu Jahresgesprächen ohne Beratungsanlass
31. KW 2017
Futter für Umdeckungsspezialisten: Kürzung von Privatrenten
30. KW 2017
Das Flexi-Gesetz – Ausgleichsbeiträge möglich!
29. KW 2017
Mehr Unabhängigkeit durch ein Haftungsdach
28. KW 2017
Nachbearbeitungspflichten auch bei Kleinstorni
27. KW 2017
Pflegefall: Wenn Kinder für die Eltern Unterhalt leisten müssen
26. KW 2017
Die Kunst als Investment und anspruchsvolles Versicherungsobjekt?
25. KW 2017
Wie sich die Versicherer die Kreativität Dritter zu Eigen machen
24. KW 2017
Kündigungserschwernis: Vorschussrückforderung unzulässig
23. KW 2017
Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen: Auch die bAV ist betroffen
21. KW 2017
Armuts- und Krankheitsrisiko nach der Pflege von Angehörigen
20. KW 2017
Der König ist tot, es lebe der König: das alternativlose Provisionsabgabeverbot
19. KW 2017
Rechtssicherheit in der bAV: Der Gesetzgeber ist gefordert!
18. KW 2017
Aktuelle Studie zeigt: Ständiger Wandel beim digitalen Lernen
17. KW 2017
GGF: Die Tücken des Verzichts auf eine Pensionszusage
16. KW 2017
Buchauszug und Digitalisierung - Anspruch des Vertreters
15. KW 2017
Ehrenamt und Versicherungsschutz
14. KW 2017
Immobilien: Boom oder Blase?
13. KW 2017
Neue Chancen auch im Alter
12. KW 2017
Altersruhegeld: Unternehmer darf Geltendmachung des Ausgleichsanspruchs erschweren
11. KW 2017
Cyber-Versicherungen: Das Risikobewusstsein wächst
10. KW 2017
Sinn und Unsinn von geschlossenen Fonds
9. KW 2017
Kunden gegen Honorar beraten und Versicherer vertreten – Geht das wirklich?
8. KW 2017
Drahtseilakt: Haftungsfälle und -fallen für Makler
7. KW 2017
Betriebsrentenstärkungsgesetz: Warum Niedrigverdiener jetzt vorsorgen sollten
6. KW 2017
Langlebigkeit: Das unkalkulierbare Risiko für Versicherer?
5. KW 2017
Indexpolicen – die Lösung aller Probleme?
4. KW 2017
Provisionsabgabeverbot keine Marktverhaltensregel
3. KW 2017
Die neue Erbschaftsteuerregelung: Beratungsansatz bAV im Mittelstand
2. KW 2017
BKV-Vertrieb: Ein Beispiel aus der Praxis
1. KW 2017

Thema der Woche - Archiv

Archiv 2016

 

Archiv 2015

 

Archiv 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mehr Unabhängigkeit durch ein Haftungsdach

Das Volumen der Kapitalanlagen, die von Haftungsdächern verwaltet werden, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das liegt vor allem daran, dass Bankmitarbeiter sich neuerdings lieber selbstständig machen.

Das Einzelkämpfertum ist bei Vermittlern im Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbereich deutlich auf dem Rückzug, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. So hat die Zahl derjenigen, die eine Anbindung an einen Maklerpool oder ein Haftungsdach gesucht haben, in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies dürfte sich eher noch verstärken, wenn im Januar 2018 die überarbeitete Finanzmarktrichtlinie Mifid II in Kraft tritt und voraussichtlich ein weiteres Mehr an administrativem Aufwand erforderlich ist.

Wenn ein Vermittler eine Zulassung nach § 34f Gewerbeordnung als Finanzanlagenvermittler hat, steht es ihm frei, Fonds ohne eine Anbindung an ein Haftungsdach zu vermitteln. Untersuchungen zeigen, dass die meisten Vermittler mit einer Zulassung nach § 34f die Zusammenarbeit mit einem Maklerpool bevorzugen, wenn sie Verwaltungsaufgaben auslagern wollen. Die Anbindung an ein Haftungsdach ist demnach für die Vermittler interessant, die eine solche Zulassung nicht haben oder ohne Einschränkungen auf die Fondsvermittlung ihre Kunden umfassend beraten wollen.

Lieber selbstständig: Die Wanderung der Bankmitarbeiter

Wie die Untersuchungen ferner zeigen, kommt der Zuwachs bei den Haftungsdächern deshalb auch nicht von freien Vermittlern, sondern von ehemaligen Bankmitarbeitern. Sie wollen damit einerseits der Unsicherheit entgehen, was in Zeiten von massivem Stellenabbau mittelfristig mit ihrem Arbeitsplatz geschieht, andererseits dem hohen Vertriebsdruck in den Banken und Sparkassen entschwinden. Unter einem Haftungsdach sind sie nicht auf die Produkte ihres Arbeitgebers bei der Beratung ihrer Kunden festgelegt, sondern können sie umfassender beraten.

Daneben gibt es im Bereich der Versicherungen Vermittler, die für den Verkauf von Fondsprodukten geschult werden. Hier kann ein konzerneigenes Haftungsdach den Erwerb der Zulassung nach § 34f überflüssig machen.

Haftungsdächer nehmen nicht jeden auf

Ganz ohne Voraussetzungen werden die in die Selbstständigkeit flüchtenden Vermittler und Banker aber von den Haftungsdächern nicht aufgenommen. Ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und eine makellose Schufa-Auskunft werden ebenso selbstverständlich erwartet wie eine solide Berufsausbildung im Finanzdienstleistungsbereich – eine langjährige Berufserfahrung alleine reicht nicht aus. Für eine vergleichsweise günstige Monatspauschale und eine prozentuale Beteiligung an den Umsätzen ist der Vermittler dafür dann seine Sorgen los, im Falle einer falschen Beratung womöglich für einen Schaden in Millionenhöhe haften zu müssen.

Haftungsdach heißt nicht vogelfrei

Im Gegenzug dazu ist er aber unter einem Haftungsdach faktisch ein „gebundener Vermittler“, das heißt, er ist auf die Produktauswahl beschränkt, für die das Unternehmen haftet. Deshalb sollte er vor der Anbindung genau prüfen, welches Haftungsdach zu ihm und seinen Vorstellungen von einer unabhängigen Kapitalanlagenvermittlung passt – ansonsten drohen ihm die gleichen Konflikte, die er bereits als angestellter Bankmitarbeiter hatte.