Thema der Woche

 

Diplom Volkswirt Jörg Heidemann, Bonn

 

10. Allianz Risiko Barometer 2021

Die Allianz Global Corporate & Specialty SE (AGCS) hat nun bereits zum zehnten Mal analysiert, welches die bedrohlichsten und größten Risiken aus Unternehmenssicht sind. Grundlage für das „Allianz Risk Barometer 2021“ sind die Antworten von 2.796 Risikomanagern von Firmenkunden und Maklern sowie von Experten aus 92 Ländern aus dem Unternehmens-Versicherungsbereich der Allianz, wobei 282 Umfrageteilnehmer Deutschland repräsentieren. Die Befragung wurde Ende 2020 durchgeführt und die Interviewten konnten bis zu drei Gefahren benennen.

Die befragten nationalen und internationalen Unternehmen bewerten die Gefahren für ihre Unternehmen sehr ähnlich – lediglich in der Reihenfolge der drei größten Gefahren gibt es bei der Cybergefahr eine minimale Verschiebung.

Die Unternehmen fürchten insbesondere die Betriebsunterbrechung und investieren mehr in Sicherheit.

Die Gefahr eines Hackerangriffes wird in Deutschland stärker eingeschätzt als weltweit. Insgesamt ist die Unsicherheit bezüglich Risiken bei den Unternehmen gestiegen. Das zeigt sich bei größeren Gefahrenbudgets und steigenden Prämien.

Als Reaktion auf die erhöhte BU-Anfälligkeit sind viele Unternehmen bestrebt, ihre Betriebsabläufe widerstandsfähiger zu machen und ihre Lieferketten robuster zu gestalten. So ist die Verbesserung des Business Continuity Managements die wichtigste Maßnahme, die Unternehmen ergreifen wollen (62 %), gefolgt von der Entwicklung alternativer oder mehrerer Lieferanten (45 %), Investitionen in digitale Lieferketten (32 %) und einer verbesserten Lieferantenauswahl und -prüfung (31 %). Viele Unternehmen mussten durch das Tempo der Pandemie Anpassungen bei ihren Krisenplänen vornehmen.

In Deutschland liegt die BU auf Platz 1 mit 50 % (von 55 % in 2020 gefallen), es folgen Cyber-Vorfälle (48 %, von 44 % gestiegen) auf Platz 2 und Pandemie-Ausbruch (35 %, von 1 % massiv gestiegen) auf Platz 3 des Rankings – wobei deutsche Unternehmen das Risiko eines Cyber-Vorfalles noch höher einschätzen als die Folgen der Pandemie. Der Abstand von BU zu Cyber ist allerdings von elf auf zwei Prozentpunkte zusammengeschrumpft. Dabei gewann das Cyberrisiko in etwa gleichem Maße hinzu wie Betriebsunterbrechungen einbüßten. Letzte führen damit zum siebten Mal in Folge die Risikoliste an. Auffällig: Alle drei Top Risiken des Allianz Risk Barometers 2021 sind mit Covid-19 verknüpft.

Von der 16. auf die dritte Position kletterte die Gefahr Pandemieausbruch. Während im letzten Jahr gerade einmal 1 % der Befragten dieses Risiko nannte, sieht es jetzt mehr als jeder Dritte als sehr relevant an.

Marktentwicklungen werden derzeit als gefährlicher eingeschätzt und steigen um einen Platz auf Rang 4 (von 20 auf 23 %).

Platz 5 wird von den rechtlichen Veränderungen besetzt (18 %, in 2020 noch 31 %).

Platz 6 hält das klassische Unternehmensrisiken Feuer/Explosion mit 17 % der Nennungen (2020 noch 23 %).

Naturkatastrophen sorgen deutsche Unternehmen aktuell weniger – Ergebnis ist Platz 7 mit 15 %(Vorjahr 17 %).

Es folgt das Risiko neue Technologien mit 14 % (nach 16 %in 2020).

Neu in den Top-Ten ist – entgegen dem weltweiten Abwärtstrend – das Risiko Klimawandel, das erstmals auf Platz 9 rangiert (mit 12 %, Vorjahr 10 %).

Und Schlusslicht der deutschen Top-Ten Unternehmensrisiken sind Qualitätsmängel, Serienfehler, Produktrückruf mit 11 %, Vorjahr 15 %.

Quelle: Studie ALLIANZ RISK BAROMETER 2021