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15.09.2021

Existenzgefährdung für Finanzberater: Money Mule

Im internationalen Sprachgebrauch der Finanzbehörden und Finanzjournalisten nennt man sie Money Mules. In Deutschland wird dafür u.a. der Begriff Treuhandassistent verwendet. Gemeint ist eine "Tätigkeit", bei der oft ein Finanzberater, manchmal auch ein Anleger sein persönliches Bankkonto für Geldeinzahlungen von Anlegern eines Anbieters von Finanzprodukten zur Verfügung stellt. Vereinbart ist dann, dass das Geld nach Abzug einer Provision weitergeleitet wird auf ein Konto des Anbieters, das meist in einem der Steuerparadiese in der Südsee liegt. (Wir berichteten mehrfach.) Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nun eine Liste der in Deutschland von entsprechenden Anbietern verwendeten Bezeichnungen erstellt. Die Liste könnte helfen, Berater oder auch Anleger vor den möglichen straf- und zivilrechtlichen Folgen solchen Vorgehens zu bewahren.

Die Bezeichnungen laut BaFin:

  • Treuhandmanager

  • Treuhandassistent

  • Transferverwalter

  • Kundendienstmitarbeiter im Finanzsektor

  • Wertverwalter

  • Helfer Geldtransfer

  • Helfer Transfermanagement

  • Assistent im Währungshandel

  • Supportmanager

  • Support Mitarbeiter im Asset Management

  • Client Trade Analyst

Was muss man wissen?

Die BaFin weist darauf hin, dass weitere Bezeichnungen im Umlauf oder jederzeit neu hinzukommen können. Finanzberatern und Anlegern, die sich einer solchen Tätigkeit widmen, drohen strafrechtliche Folgen wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder wegen des Betriebes eines unerlaubten Zahlungsdienstes.

Da über ein Money Mule transferiertes Geld in der Regel die Beute einer Betrugshandlung darstellt, könnten zudem die geschädigten Anleger Schadenersatzansprüche stellen. Meist ist in solchen Fällen das Money Mule für den betroffenen Anleger das einzig aussichtsreiche Ziel eines Versuches, einen Schadenausgleich zu erreichen.

Finanzberater werden in der Regel keine Chance haben, sich mit Nichtwissen zu verteidigen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.