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10.06.2020

Kaufkraft der Rente unterliegt großen regionalen Schwankungen

Der Lebensstandard im Alter hängt nicht nur von der Höhe der Rente ab, sondern auch von dessen Kaufkraft. Die Kaufkraft bemisst sich anhand der Ausgaben und anhand des Konsumverhaltens der über 65-Jährigen. Die Höhe der Mieten oder Gesundheitsausgaben haben bei der Ermittlung der Kaufkraft somit einen höheren Stellenwert als beispielsweise Ausgaben im Bereich Bildung. Dies ergab eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos für die Initiative "7 Jahre länger".

Kaufkraft der Renten unterscheidet sich regional um mehr als 50 %

München steht ganz oben auf der Liste der teuersten Städte Deutschlands. Das Preisniveau liegt hier 31,10 % über dem Bundesdurchschnitt. In der Landeshauptstadt hätten 1.000 EUR Rente einen Wert von lediglich 763 EUR. Platz zwei belegt der Landkreis München. Hier liegt die Kaufkraft bei immerhin 826 EUR, das Münchener Umland ist somit knapp 10 % günstiger als München.

Der günstigste Landkreis liegt im brandenburgischen Elbe-Elster, das Preisniveau liegt hier 13,67 % unter dem bundesweiten Durchschnitt. Das entspricht einer Kaufkraft von 1.158 EUR.

Nord- und Ostdeutschland deutlich günstiger als der Süden

Das deutschlandweite Ranking ergab zudem, dass 40 der 50 kostspieligsten Regionen in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen liegen. Sieben der zehn teuersten Kreise befinden sich im Freistaat Bayern. Neben den Regionen im Münchener Umland schafften es in die Top zehn der teuersten Regionen ebenso die Städte Frankfurt a.M., Freiburg im Breisgau und die freie Hansestadt Hamburg.

Der Vergleich der Lebenshaltungskosten zeigt außerdem, dass im Norden und Osten ein deutlich geringeres Preisniveau als in anderen Teilen Deutschlands herrscht. Hier liegen nur vier der 50 teuersten Regionen, nämlich die Städte Berlin, Potsdam, Hamburg und der Landkreis Nordfriesland. Sachsen-Anhalt ist der Spitzenreiter unter den preiswertesten Bundesländern. In allen 14 Landkreisen liegt das Preisniveau weit unter dem Bundesdurchschnitt. Selbst in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Schwankungen nach oben deutlich größer als nach unten

Die teureren Kreise unterliegen deutlich höheren Schwankungen. Das Preisniveau in den fünf teuersten Kreisen liegt ca. zwischen 31 % und 17 % über dem Durschnitt.

Im Bereich der fünf günstigsten Alterswohnsitze bewegt sich die Kaufkraft in einem Bereich von 1.158 - 1.145 EUR, was einer Schwankung von nur 1 % entspricht. Die Unterschiede zwischen den günstigeren Kreisen sind somit sind sehr viel geringer.

Fazit

Auch wenn die Kaufkraft der Rente im Süden deutlich geringer ist, ist dabei jedoch zu beachten, dass die Löhne und damit auch die Höhe der Renten in teuren Städten häufig auch höher ausfallen. Das Risiko für Altersarmut ist daher vor allem für diejenigen besonders hoch, die in Gegenden mit einem hohen Preisniveau leben und nur über geringe Alterseinkünfte verfügen.