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30.09.2019

PIM Gold: Vermittler und Anleger in ernsten Problemen

Mindestens 1,9 Tonnen Gold sollen bei der PIM-Gold fehlen. Das vermutet der bekannte Finanzjournalist Stefan Loipfinger in einem Beitrag in seinem Internet-Newsletter "investmentcheck.de" vom 12.09.2019. Zumindest seit 2017 gibt es immer wieder Vorsichtsmeldungen zu der PIM Gold- und Scheideanstalt, einem im freien Finanzvertrieb häufig genutzten Golddienstleister. Was ist in dieser Situation für den Vertrieb wichtig?

Der Hintergrund:

Die Durchsuchungen bei PIM-Gold durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt bestätigen Vorsichtswarnungen einiger Branchenmedien die ab 2017 immer konkreter wurden. Heute, mitten in einem erneuten Goldpreisboom, sind die Meldungen für sehr viele freie Berater und Vermittler und deren Kunden fatal. Der Graue Kapitalmarkt kommt nach der Milliardenpleite mit den Containern bei P&R nicht zur Ruhe. Befürchtet werden müssen erneut weitgehend wirkungslose, das Geschäft der Finanzberater aber massiv behindernde Panikreaktionen der Politik.

Verhaltensempfehlungen für betroffene Vermittler

Aus der Sicht von Juristen hat sich Philipp Mertens von der Düsseldorfer Kanzlei BMS Rechtsanwälte in "Fonds professionell Online" vom 16.09.2019 mit dem Ratschlag zu Wort gemeldet, Gespräche mit Anlegern und deren Anwälten zum Thema zu meiden und nicht in Panik zu verfallen. Dem ist sicher zuzustimmen, dürfte allerdings in der Realität des Berateralltags nicht immer leicht umzusetzen sein.

Es ist zwar richtig, dass viele Vermittler häufig nicht oder zu spät erkennen, dass aus dem Freund von heute (dem Anleger) der Feind von morgen (der auf Schadenersatz klagende Anleger) werden kann. Dem um Aufklärung bittenden Anleger die Tür zu weisen, kann das Anlegervertrauen in den Berater jedoch dauerhaft schädigen und zu endgültigem Kundenverlust führen und das auch in Fällen, in denen die PIM-Goldanlage nur eine Anlage unter mehreren ist.

Der Versuch, mit dem Kunden trotz PIM-Problemen im Gespräch zu bleiben, kann lohnend sein, ist aber nicht leicht umzusetzen. Ein Weg könnte sein, den Kunden über die Entwicklung bei PIM auf dem Laufenden zu halten, jedoch alle Fragen über die Umstände von Vertrieb und Beratung zu meiden und alle Gespräche sorgfältig zu dokumentieren.

Wenn sich jedoch ein Anwalt meldet, dann gilt auf jeden Fall der Rat des Juristen: Nichts sagen und/oder an den eigenen Anwalt verweisen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.