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13.09.2019

Das einfache Altersvorsorgekonzept des Dr. Hendrik Leber

Der bekannte Investmentfondsmanager Hendrik Leber hat ein Altersvorsorgekonzept mit Wertpapierdepots für Investmentfonds entwickelt, das wesentliche Schwachpunkte bestehender Konzepte (Riester, Rürup und dergl.) vermeidet und viele Interessen von Anlegern und Vertrieb bündelt.

Dr. Leber/Das Modell

Dr. Hendrik Leber ist Geschäftsführer der 1994 gegründeten ACATIS, jetzt ACATIS Investment KVG mbH in Frankfurt. Er gehört zu den führenden Köpfen der deutschen Investmentindustrie. Seit 20 Jahren ist er Teilnehmer der einzigartigen jährlichen Value-Konferenz von Warren Buffet in Omaha/Nebrasca/USA.

Die Gestaltung seines Konzeptes erscheint einfach und verständlich. Auf der Acatis-Homepage sind die Bedingungen unter drei Prinzipien dargestellt.

Das Prinzip 1 lautet "Ein Depot pro Kopf". Die Wertpapierdepots sollen bei EU-Inlandsbanken unter separaten Nummernkreisen eingerichtet werden. Das Kapital muss investiert werden, auf Kassehaltung und Timing wird also verzichtet.

Das Prinzip 2 wird "Vorsorge mit Fonds" genannt. Die Anlage kann ausschließlich in UCITS-Fonds (das sind die in der EU zugelassenen und von den jeweiligen Aufsichtsbehörden überwachten Investmentfonds) oder -ETFs erfolgen. Die Auswahl der Fonds kann z.B. an Berater delegiert werden. Versicherungen und Banken können mit dem Modell Zusatzleistungen wie Berufsunfähigkeits- und Todesfalllösungen verbinden. Ein gekaufter Fonds darf in den ersten fünf Jahren nicht verkauft werden.

Das Prinzip 3 lautet "Steuerliche Begünstigung". Das bedeutet, dass Einzahlungen des Arbeitgebers steuerbefreit oder einkommensteuerlich abziehbar sind und Erträge steuerfrei thesauriert werden.

Entnahmen vor dem 65. Lebensjahr werden hoch (Vorschlag 50 %), Entnahmen nach dem 65. Lebensjahr werden niedrig mit 10 % jeweils pauschal besteuert.

Die Vorteile:

ACATIS/Leber verweisen auf die positiven Beispiele in USA und der Schweiz mit steuerbegünstigten Altersvorsorgeanlagen und auf die mangelnde Zukunftsfähigkeit der deutschen Systeme. Außerdem auf die Einfachheit des Modells, was wiederum für eine sehr weitgehende Transparenz sorgen könnte.

Besonders einleuchtend ist das Argument, dass vorhandene bundesaufsichtsamtsüberwachte Systeme genutzt werden und dass Missbrauch und Spekulation kaum möglich sind.

Diese Argumente erscheinen auch aus Vertriebssicht einleuchtend. Produktschulungen werden kaum erforderlich sein.

Fazit des Autors:

Endlich ein Modell, das von allen Beteiligten vollständig verstanden werden kann und das schnell und unproblematisch umgesetzt werden könnte, wenn die Politik mitmacht. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch, dass auch nach der üblichen Lobbyistenrunde von dem Vorschlag noch etwas übrig bleibt. Die Versuchung ist natürlich groß, dass Ergänzungsprodukte (z.B. aus dem Versicherungsbereich) und eine Ausweitung auf Graumarkt- oder AIF-Produkte die Produkttransparenz beseitigen und die Risiken ansteigen lassen könnte.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.