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16.04.2019

Finanzberater als Tippgeber für die Kundschaft

Finanztipps sind bei Anlegern begehrt. Im Internet tummeln sich jede Menge seriöse und noch mehr unseriöse Tippgeber. Finanzberater sollten mit eigenen Tipps dagegenhalten, am besten mit solchen, die den Anlegern helfen, mit Tipps umzugehen. Ein Problem der Tipps, natürlich auch der Finanztipps, ist nämlich, dass die wahren Absichten des Tippgebers von diesem in aller Regel nicht mitgeliefert werden.

Allgemeine Regeln

  • "Investiere nur in Anlagen, die Du auch verstehst."

  • Anlageentscheidungen, die sich nur auf die Gestaltung des angebotenen Finanzproduktes beziehen, sind immer sehr risikoreich, weil der Aspekt der Eignung für den Anleger nicht geprüft ist. (Trifft für fast alle Internet- oder Telefonangebote zu!)

  • Finanztipps, die unter Zeitdruck umgesetzt werden müssen ("Nur noch heute!"), sind meist unseriös.

  • Exklusive Finanztipps ("Gibt es nur bei mir!") sind selten werthaltig.

  • Wer Geld, das für die Altersvorsorge bestimmt ist, einem ihm unbekannten Anbieter, der ihn per Telefon kontaktiert hat oder den er beim Surfen im Internet "entdeckt" hat, anlegt, handelt unverantwortlich für sich, seine Familie und die Gesellschaft.

Spezifische Regeln

  • "Sicherheit" und über dem üblichen Niveau liegende Zinsen gibt es nicht!"

  • "Ausschüttungen" und "Zinsen" ist nicht dasselbe.

  • Hohe Ausschüttungen (bei Beteiligungsanlagen) sind kein Qualitätsmerkmal, sondern häufig der Lockvogel für unerfahrene Anleger.

  • Ausschüttungen bei Beteiligungsanlagen sind eventuell zurückzuzahlen.

  • Wer mit dem"traden" beginnt, ist zunächst das willkommene Opfer der Trader.

  • Junge Anbieter oder Anbieterfirmen sind mindestens unerfahren.

  • "Sicherheit" und "Rendite" sind wohlfeile Begriffe.

  • "Rendite" wird in Prozent vom Kapitaleinsatz ausgedrückt. Rendite kann es deshalb erst dann geben, wenn die Rendite und der Kapitaleinsatz wieder auf dem Anlegerkonto gutgeschrieben sind. Rendite ist deshalb in aller Regel zunächst einmal ein Versprechen.

  • Das allgemeine Zinsniveau ist niedrig. Dennoch bleibt der Vergleich zwischen einem sicheren Zins (Sparbuch, Festgeld, Bundesanleihe usw.) und einer versprochenen Rendite falsch und ist deshalb unseriös.

Fazit

Viele Anleger sind im Umgang mit Finanzanlagen sehr unsicher und deshalb anfällig für Tipps aller Art, die per Telefon und über das Internet auf sie niederprasseln. Die Unterschiede zwischen den dort versprochenen Ergebnissen und dem Angebot auf dem Bankkonto sind aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsperiode meist extrem hoch. Viele Kunden ahnen Probleme und benötigen dringend den Rat eines erfahrenen Finanzberaters.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.