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03.04.2019

Der harte Brexit kommt: Was muss Ihr Kunde wissen?

Ein harter Brexit scheint, so gleich mehrere angesehene EU-Politiker, unausweichlich. Das hätte ganz sicher gravierende wirtschaftliche Folgen. Anleger weltweit sind gezwungen, sich darauf einzustellen. Das ist nicht einfach, aber für negative Folgen werden, berechtigt oder nicht, auch die Berater verantwortlich gemacht werden.

Wer ist betroffen?

Betroffen ist eigentlich jedermann weltweit. Wenn nicht durch entsprechende Wertänderungen bei Anlagen und Absicherungen, dann durch Veränderungen in der Volkswirtschaft und deren Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte. Aus der Sicht eines Finanzberaters geht es natürlich vor allem um die Frage: Wie ist das Vermögen der Anleger betroffen? In den breiten Zielgruppen geht es also insbesondere um die Altersvorsorge in Form von Immobilien, Kapitalanlagen und Lebensversicherungen.

Immobilien

Bei den Gewerbeimmobilienanlagen in Form von Beteiligungen und Crowdinvesting könnte eine schwierigere volkswirtschaftlich Situation zu Werteinbußen führen. Bekanntlich sind diese Anlageformen mit zusätzlichen Kosten belastet, die die Renditeschwelle nach oben verlagern. Bei Wohnimmobilien ist eine generelle Aussage zu Brexit-bedingten Veränderungen zwar schwer möglich, erhöhte Vorsicht ist aber zu empfehlen.

Kapitalanlagen in Form von Wertpapieren und in Fondspolicen

Auf dem Informationsportal "Citywire" äußerte sich am 1. April der Manager eines Multi-Family-Office zum Brexit mit der Mitteilung, dass er aus seinem Aktien-Europa-Fonds alle britischen Titel verkauft habe. Einer der Gründe dafür sei, dass es bei einem harten Brexit zu Problemen mit dem Handel britischer Aktientitel kommen könnte.

Diese Befürchtungen sind nicht von der Hand zu weisen und sollten Thema in Kundengesprächen zum Brexit sein. Betroffen sind natürlich nicht nur Direktanlagen in britischen aber auch in internationalen Aktientiteln und entsprechenden Investmentfonds, die in Wertpapierdepots oder Fondspolicen allokiert sind.

Von einem harten Brexit wären aber natürlich alle europäischen und die großen internationalen Aktienmärkte betroffen, sodass sich die Frage nach dem jeweiligen Aktienanteil in den Kundenvermögen stellt.

Perspektive

Auch wenn es, was wir uns alle wünschen, in letzter Minute dann doch noch zu einem Exit-Vertrag kommt oder wenn der Brexit dann doch noch verschoben wird oder auch gar nicht statttfindet: Der traurige Verlauf der Brexitverhandlungen wird vermutlich auf längere Zeit Spuren hinterlassen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.