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05.12.2018

Kostengünstige Kompetenz bei der Verbraucherberatung?

Der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen möchte mit einem neuen Angebot eine Lücke schließen zwischen der fachlich qualifizierten, aber teuren Beratung durch Versicherungsberater und der kostengünstigen Beratungsleistung durch die Verbraucherzentralen. Letztere weisen nach seiner Einschätzung öfters Beratungsfehler auf.

In einem Interview mit dem "Versicherungsmagazin" im August hat Andreas Schwarz (1. Vorsitzende des Bundesverbands der Sachverständigen für das Versicherungswesen - BVSV) erwähnt, dass sein Verband dabei ist, Verbraucherschutzbüros aufzubauen. Diese Aktivitäten wurden vor rund einem Jahr gestartet, zeitgleich wurde auch der Verein VfV Verbraucherschutz für Versicherte e.V in Mainz ins Handelsregister eingetragen.

Nun wird der Aufbau dieser Verbraucherschutzbüros in Kooperation von BVSV und VfV energisch vorangetrieben, wie die Website www.verbraucherschutzindeinerstadt.de zeigt.

Mehr Professionalität

Grund für dieses Engagement ist es laut einem aktuellen Bericht im "Handelsblatt", dass nach Einschätzung des BVSV viele Verbraucher die Stundenhonorare von 150 EUR bei Versicherungsberatern scheuen und sich lieber an die deutlich kostengünstigeren Beratungsstellen der Verbraucherzentralen wenden. Bei diesen käme es aber immer wieder zu Beratungsfehlern und falschen Empfehlungen. Deshalb will der BVSV die Beratung jetzt selbst in die Hand nehmen und eine qualifizierte Beratung zu Honorarsätzen anbieten, die mit beispielsweise 40 EUR für 30 Minuten Beratung denen der Verbraucherzentralen nahe kommen.

Die Verbraucherschutzbüros sollen dabei in den Räumen von ausgewählten Versicherungsvermittlern eingerichtet werden, wobei Regionalschutz gewährt wird. Sie müssen Mitglied im BVSV sein und mit ihm einen Kooperationsvertrag abschließen. Allerdings darf der Vermittler ja nicht gegen Honorar beraten, deshalb wird die BVSV Sachverständigen GmbH, die über eine Versicherungsberater-Lizenz verfügt, Vertragspartner sein. Der Vermittler vor Ort fungiert dabei als Ansprechpartner bei der Auskunftserteilung, sofern es sich um reine Versicherungsfragen handelt. Wenn dabei rechtliche oder steuerliche Probleme berührt werden, verweisen sie auf einen dem Büro angeschlossenen Anwalt oder Steuerberater, der in der Regel höhere Honorare nehmen dürfte.

Durch interne Regelungen soll sichergestellt werden, dass der beratende Vermittler wirklich unabhängig beraten kann und qualifiziert ist. Außerdem wurde eine Expertenplattform geschaffen, auf die er zurückgreifen kann. Makler, die dieser Initiative nicht beigetreten sind, bezweifeln allerdings, ob dies die Expertise eines Spezialisten, dem der Kunde direkt gegenüber sitzt, ersetzen kann.

Für die Vermittler wird diese Beratung angesichts der günstigen Honorare außerdem nur ein Zusatzgeschäft sein, deshalb kann er auch bei der Suche nach einem Strom-, Gas-, DSL- oder Handytarif helfen. Grundlage ist dabei die im Sommer geschlossene Kooperation des BVSV mit dem Vergleichsportal Verivox, das bei einer Vermittlung eine Provision zahlt, sodass der Vermittler kein Honorar vom Kunden nimmt. Naturgemäß sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband diese Verquickung eher kritisch und will abwarten, inwieweit sich das auf den Beratungsalltag auswirken wird.

BVSV-Kooperationspartner VfV plant nach "Handelsblatt"-Angaben ein weiteres Projekt als Ergänzung und Konkurrenz zu den Mietervereinen - VfV-Mitglieder können demnach ab 2019 sich telefonisch von zugelassenen Versicherungsberatern in Mietrechtsfragen unbegrenzt oft rechtlich beraten lassen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Susanne Görsdorf-Kegel.