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13.09.2018

Zehn Jahre nach Lehman: "Knallt es bald wieder?"

Die Jubiläumsberichterstattungswelle zur Finanzkrise ist in vollem Gange. Viele Kunden, meist sind es nicht die Unwichtigsten, wollen von ihren Beratern ein Statement dazu. Aber wie können Sie darauf am besten reagieren?

Hintergrund

Allein am 06.09.2018 berichteten drei wichtige Medien über das Lehman-"Jubiläum". "Spiegel Online" lässt einen bekannten amerikanischen Wirtschaftshistoriker unter der Überschrift "Problem gelöst? Was für ein Irrtum!" zu Wort kommen. Die "Süddeutsche Zeitung" hat einen früheren Bankenkontrolleur befragt, (Überschrift: "Wir waren arme Schweine damals") und die "Zeit" beschäftigt sich mit der Lehman-Pleite unter knalliger Überschrift im Titel.

Für Aufmerksamkeit ist also gesorgt und damit auch für Gesprächsbedarf bei den Kunden. So werden nun wieder Ängste präsent, die seinerzeit einen Großteil der Weltbevölkerung, angesichts einer zuvor über lange Zeit anhaltenden Wachstumsperiode der führenden Volkswirtschaften, überraschten.

Die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation lässt Ängste wachsen

Das Zehn-Jahres-Jubiläum fällt nun in eine Zeit, in der Fragen nach einer Wiederholung nachvollziehbar erscheinen. Die Wirtschaftsdaten und die Börsenentwicklung schwächeln. Das "Handelsblatt" berichtet im Internetauftritt unter dem 06.09. unter der Überschrift "Ernüchterung nach dem Boomjahr" von sinkenden Gewinnen im ersten Halbjahr bei den dreißig DAX-Konzernen.

Dieselprobleme in Deutschland, unerwartete Trump-Entscheidungen, blutige Auseinandersetzungen im Nahen Osten prägen die Weltlage und lassen einen Riesenskandal am Anlagemarkt wahrscheinlicher werden und verunsichern die Marktteilnehmer. Sogar das sonst bei aufscheinenden wirtschaftlichen oder politischen Problemen meist zuverlässig positiv reagierende Edelmetall Gold zeigt eine aktuelle Schwäche, die sich niemand so richtig erklären kann.

Das "Krisengespräch" mit dem Anleger

Auch wenn die Versuchung groß ist, eine eindeutige Prognose pro oder contra Krise abzugeben und sich damit als Börsenguru darzustellen, davon ist natürlich abzuraten. Die 50 %-Chance, richtig zu liegen, kann eigentlich nur Ein-Produktverkäufern attraktiv erscheinen. Wer von einem Kundenstamm und seinem Ruf in der Region lebt, der sollte bei der Realität bleiben, also die Ungewissheit artikulieren.

Das könnte dann zum Beispiel zu einer Veränderung im Vermögensmix in Richtung defensiverer Anlagen führen. Nur, defensive Anlagevarianten sind derzeit rar. Die Rentenwerte kann man wegen der Gefahr steigender Zinsen kaum noch als Defensivanlage bezeichnen. Am Immobilienmarkt laufen nicht nur die Preise heiß, sondern auch die Diskussionen um eine eventuelle Blase. Bei den Edelmetallen verunsichert die oben bereits angesprochene unerklärliche Preisschwäche.

Wer am Aktienmarkt bleiben und dort die Risiken reduzieren will, könnte einen höheren Anteil der Standardwerte erwägen. Nur leider laufen in Deutschland Tec-Dax und M-Dax derzeit besser als der große Index, weil der Schwerpunkt Automobile inklusive Zulieferer ebenso schwächelt wie der frühere Schwerpunkt Banken.

Wer an Crowd-Investing denkt oder andere Angebote des Grauen Kapitalmarkts ins Auge fasst, muss sich darüber im Klaren sein, dass im Falle einer schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung gerade die ohnehin schon meist extrem hohen Risiken weiter steigen.

Gute Chancen für seriöse Beratung

Es wird deutlich, der Anleger benötigt gute und hochwertige Beratung um in der aktuellen Situation einen optimalen Vermögensmix zu schaffen, der weitgehend krisenfest ist. Es empfiehlt sich, jetzt möglichst engen Kontakt zu den wichtigen Kunden zu pflegen, denn Ängste verführen Anleger besonders häufig dazu, die verlockenden Sprüche von Hasardeuren und Betrügern für bare Münze zu nehmen.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.