Aktuelles

29.11.2017

Aktuare legen "Werkzeugkasten" zum Sozialpartnermodell vor

Das Sozialpartnermodell mit der reinen Beitragszusage ohne Garantie kommt zum 01.01.2018. Dann tritt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft. Keine Garantie, neue arbeits- und aufsichtsrechtliche Vorschriften und die Durchführung und Steuerung exklusiv durch die jeweiligen Tarifvertragsparteien stellen einen echten Paradigmenwechsel für diese neue Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV) dar. In der praktischen Umsetzung ist das hochkomplex, sodass zum Sozialpartnermodell eine neue Orientierungshilfe veröffentlicht wurde.

Eine gemeinsame "Arbeitsgruppe Zielrente" der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (aba) und des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung e.V. (IVS) hat in mehrmonatiger Arbeit untersucht, wie die reine Beitragszusage gemäß dem BRSG umgesetzt werden könnte. Der Ergebnisbericht liegt nun auf 124 Seiten vor und kann auf dieser Webseite abgerufen werden.

Ziel der Ausarbeitung ist es, Gestaltungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen aufzuzeigen und den Lesern damit eine Orientierungshilfe für die praktische Umsetzung zu geben. Der Anwendungsbereich umfasst die, laut BRSG "zielrentenfähigen", Durchführungswege Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung. Neben aufsichtsrechtlichen und aktuarellen Fragen werden auch arbeitsrechtliche Fragen, wie die Einbindung der Tarifpartner behandelt.

Für die Praxis besonders spannend ist, dass auch Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausweislich der Teilnehmerliste Mitglieder der Arbeitsgruppe war. Noch hat die BaFin keine offiziellen Schreiben zur reinen Beitragszusage veröffentlicht. Das Kapitel zu speziellen aufsichtsrechtlichen Fragestellungen wird daher sicherlich mit besonderer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen werden.