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26.07.2017

Stille Revolution im Hintergrund

Das FinTech Figo arbeitet daran, eine neue Bankenwelt außerhalb der etablierten Finanzinstitute möglich zu machen. Auch Makler können von der Transparenz bei den finanziellen Verhältnissen ihrer Kunden profitieren.

Das Start-up Figo hat in den fünf Jahren seit seiner Gründung schon einige Wandlungen und Kurven durchgemacht. Mittlerweile scheint das Unternehmen aber seinen Platz in der FinTech-Landschaft gefunden zu haben, wie u.a. die Auszeichnung mit dem "Euro Finance Tech Award 2016" und die Aufnahme in die Liste der 50 angesagtesten Fintechs in Europa zeigen.

Konzentration auf Firmensoftware

Nach ersten wenig erfolgreichen Versuchen im Endkundenbereich hat sich Figo auf den B2B-Bereich konzentriert und ist nach eigener Aussage mit seiner multifunktionalen Plattformtechnologie der erste Anbieter, der alle Anforderungen im Rahmen der PSD2-Richtlinie erfüllen kann. Mit dieser "Payment Service Directive", die Anfang 2018 in nationales Recht umgesetzt werden soll, will die Europäische Union das Monopol der Banken beim Zugriff auf die Kontodaten der Kunden brechen. In Zukunft sollen auch Drittanbieter - beispielsweise FinTechs - von Finanzdienstleistungen Zugriff auf die Daten und Konten ihrer Kunden bekommen. Voraussetzung dazu ist neben der expliziten Einwilligung der Betroffenen eine Software, die der Vorgabe des "Access to Account" entspricht und die Verbindung zu den Daten der Hausbank herstellt.

Hier nimmt Figo mit seiner "Banking as a Service"-Plattform eine führende Rolle ein. Eine Reihe von Finanzdienstleistern, beispielsweise die Deutsche Bank und Payback, haben diese Schnittstelle bereits in ihre eigene IT integriert. Generell wirbt Figo damit, dass dieses Angebot für Finanzdienstleister aller Größenordnungen interessant sei.

Und was bedeutet das für Makler?

Ein Versicherungsmakler kann sich damit bei der Beratung eines Kunden leicht und schnell einen Überblick über dessen finanzielle Situation verschaffen und analysieren, welche Versicherungsverträge er hat und wo Optimierungsbedarf besteht. Ohne Medienbruch und aufwendiges Suchen und Sortieren von schriftlichen Kontoinformationen und Vertragsunterlagen kann der Makler alle notwendigen Daten per App einsehen und die notwendigen Änderungen und Kreditanträge einleiten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Kunde zu einer derart weitgehenden Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse bereit und online-affin ist. Angesichts einer zunehmenden Verbreitung des Online-Bankings schätzen Fachleute das Potenzial dieser Kundengruppe aber als hoch ein.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Susanne Görsdorf-Kegel.