Aktuelles

30.07.2016

PwC zur aktuellen Entwicklung der Wirtschaftskriminalität

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC führt seit 2001 alle zwei Jahre eine Umfrage zur Wirtschaftskriminalität durch, seit 2005 gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Für die aktuelle Ausgabe "Wirtschaftskriminalität in der analogen und digitalen Wirtschaft 2016" wurden deutschlandweit 720 Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten befragt. Ein zentrales Ergebnis: Nach wie vor überwiegen Delikte der klassischen Wirtschaftskriminalität. Doch das Risiko für Cyber-Crime steigt.

PwC führt u.a. die folgenden interessanten Aspekte auf:

Klassische Wirtschaftskriminalität

51 % der Unternehmen waren in den vergangenen beiden Jahren von Wirtschaftskriminalität betroffen, inklusive der konkreten Verdachtsfälle sind es 57 %. Das entspricht einem leichten Anstieg von sechs Prozentpunkten im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2013.

Cyber-Crime

34 % der befragten Unternehmen sind Opfer von Cyber-Attacken geworden, einschließlich konkreter Verdachtsfälle sind es 47 %. Am häufigsten handelt es sich dabei um Computerbetrug, Manipulation von Konto- und Finanzdaten sowie das Ausspähen und Abfangen von Passwörtern.

Compliance

76 % der Unternehmen haben ein Compliance-Management-System installiert. Bei den Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern sind es sogar 96 %. Auch bei der Verbreitung von Antikorruptionsprogrammen und kartellrechtlichen Compliance-Systemen lässt sich ein positiver Trend erkennen.

Finanzielle Schäden

Der durchschnittliche finanzielle Schaden, der einem Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität entsteht, liegt bei 1,55 Mio. EUR, bei Unternehmen mit über 10.000 Mitarbeitern ist er fast drei Mal so hoch (4,44 Mio. EUR). E-Crime Vorfälle führen zwar bisher überwiegend zu eher geringen finanziellen Schäden, die Schadensrisiken dürften sich jedoch künftig drastisch erhöhen. Schon jetzt betrug der Schaden bei 5 % der betroffenen Unternehmen mehr als eine Mio. EUR. Hinzu kommt: Viele Schäden sind nicht quantifizierbar. Das gilt besonders für Reputations- und Vertrauensschäden.

Täterprofile

Knapp sechs von zehn Tätern stammen aus den Reihen der eigenen Mitarbeiter. Sie sind überwiegend männlich, mittleren Alters und weisen einen hohen Anteil an Senior- und Top-Managern auf. Die externen Täter stammen immer häufiger aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. In Fällen von Daten- und Wissensverlust führen die Spuren der externen Täter beispielsweise in 30 % der Fälle zur Organisierten Kriminalität.

Deliktarten

Mit einem Anteil von 37 % dominieren die Vermögensdelikte, die zuletzt angestiegen sind. Einen Rückgang zeigt die Umfrage bei Verstößen gegen Patent- und Markenrechte, dem Diebstahl vertraulicher Daten sowie Korruptionsdelikten. Für wettbewerbswidrige Absprachen besteht weiterhin ein hohes Risiko. Die vermutete Dunkelziffer ist in diesem Bereich besonders hoch.

Versicherungsrelevanz

Die von PwC ermittelten Zahlen sind auch mit Blick auf den Versicherungsschutz von Unternehmen relevant, in erster Linie für die Vertrauensschadenversicherung und die neuartige Cyberversicherung. Diese Versicherungen sind - seien sie für sich oder gemeinsam betrachtet - marktweit offensichtlich im Aufwind.

Hinweis: Weitere Informationen Thema Cyber-Crime finden Sie in unserer Publikation "Cyber-Risiken und Versicherungsschutz", welche Sie im Wolterskluwer Shop erwerben können.