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13.06.2016

Immobiliardarlehnsvermittlung nach § 34i GewO: Schleppende Umsetzung verzögert Sachkundenachweis

Der Gesetzgeber beweist immer wieder, wie wenig Verständnis er von der Selbstständigkeit hat. Insbesondere, wenn es sich nicht um multinationale Konzerne handelt, deren Finanzpolster groß genug ist, Verzögerungen aufgrund nicht vorhandener gesetzlicher Grundlagen zu überstehen. Der aktuelle Sachkundenachweis für Immobiliardarlehnsvermittler ist hier wieder mal ein gutes Beispiel...

Als am 21.03.2016 die von der EU vorgeschriebene Frist mit dem Inkrafttreten der umgesetzten Wohnimmobilienkreditrichtlinie vom Parlament eingehalten wurde, konnten alle betroffenen Behörden und Instanzen erst richtig loslegen. Bis zur Verabschiedung der ImmVermV dauerte es dann noch einmal gut sechs Wochen. So hatten die Gewerbeämter oder IHK'n erst ab dem 06.05.2016 die Möglichkeit, die Umsetzung der Verordnung anzugehen.

Allerdings brauchen Vermittler von Immobiliar-Verbraucherdarlehnsverträgen in den meisten Fällen möglichst schnell eine Registrierung nach § 34i GewO als Nachweis für die Erstellung eines Vermittlervertrages mit dem Kreditgeber. Der Vermittler hat jedoch keine Chance, den Anforderungen der Kreditgeber zu entsprechen.

Inzwischen stellen die großen IHK'n wie z.B. die Handelskammer Hamburg, die IHK München oder die IHK Frankfurt auf Ihren Internetseiten alle wesentlichen Informationen zur Gewerbeanmeldung oder Sachkundeprüfung zur Verfügung.

Als Voraussetzungen für die Erteilung der Gewerbeerlaubnis gelten

  • die persönliche Zuverlässigkeit,

  • geordnete Vermögensverhältnisse,

  • eine VSH mit den Mindestversicherungssummen pro Einzelfall in Höhe von 460.000 EUR und 750.000 EUR für alle Versicherungsfälle in einem Jahr

  • sowie der Nachweis der Sachkunde.

Als "sachkundig" werden diverse Berufsqualifikationen als gleichgestellte Qualifikation anerkannt, wie z.B. der Immobilienkaufmann/-frau, Bankkaufmann/-frau, Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen mit der "Fachrichtung Finanzberatung" und andere.

"Alte Hasen"

Wer schon seit dem 21.03.2011 ununterbrochen unselbstständig oder selbstständig als Immobiliardarlehensvermittler tätig ist, darf sich als "Alter Hase" auch als "sachkundig" bezeichnen. Doch wie weist der "Alte Hase" seine ununterbrochene Tätigkeit jetzt nach. Hier gibt es bei den unterschiedlichen IHK'n auch ganz unterschiedliche Auskünfte. Die einfachste und sicherste Variante ist die Vorlage von Provisionsabrechnungen, Bestätigungen von Darlehnsgebern oder Obervermittlern. Dieses berücksichtigt aber oft nur die finanziell erfolgreichen Beratungen.

Was ist mit den vielen Beratungen, welche nicht zum Abschluss kamen? Wie können diese nachgewiesen werden?

Der einfachste Weg sind Vertragskopien über die Beratungsleistung. Für alle anderen steht der Weg zur Gewerbeerlaubnis nach § 34i GewO aber weiterhin offen. Sie können durch das Ablegen einer Sachkundeprüfung "Geprüfte/-r Fachmann/-frau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK" vor einer IHK den Sachkundenachweis erlangen. Mit Sicherheit ist dieser Sachkundenachweis der ehrlichste aller Varianten. Denn alle Immobiliar-Darlehnsvermittler mit der Berufsbezeichnung "Geprüfte/-r Fachmann/-frau für Immobiliardarlehensvermittlung IHK" zeigen ihren Kunden, dass Sie auf dem aktuellsten Stand der gesetzlichen Grundlagen sind. Wer die richtigen Instrumente für die Vorbereitung nutzt, wird die Prüfung erfolgreich absolvieren.

Lesetipp

"Die IHK-Sachkundeprüfung für Immobiliardarlehnsvermittler nach § 34i GewO" von Volker H. Grabis. Weitere Informationen finden Sie im Wolters Kluwer Shop...

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