Aktuelles

04.04.2016

Gesetzesänderungen per 01.04.2016 - Das ändert sich!

Alles neu macht der April! Der Gesetzgeber hat zu den Themen Verbraucherschutz, Energie und Kredite einige Neuerungen auf den Weg gebracht.

Ein kurzer Überblick:

1. Immobilienfinanzierung

  • Energie-Effizienzhäuser: Neue Förderstufen: Die KfW passt ihre Förderung im Programm 153 ("Energieeffizient Bauen") den veränderten Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an. Zu den bestehenden Standards wird die Stufe "Effizienzhaus 40 Plus" neu eingeführt. Diese Förderstufe entspricht der des Effizienzhaus 40 mit zusätzlichen Anforderungen wie einem Stromspeichersystem, einem Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und einer Visualisierungsmöglichkeit von Stromerzeugung und -verbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface.

  • Einbruchschutz: Erweiterung der bestehenden Fördermaßnahme: Auch für Einbruchschutzmaßnahmen (z.B. Hauseingangstür, Nachrüstsysteme für Fenster) im Rahmen des Programmes "Altersgerecht Umbauen" gibt es Neuerungen. Neben Zuschüssen können zinsgünstige Kredite nun bis zu einer Höhe von 50.000 EUR pro Wohneinheit in Anspruch genommen werden. Das Programm läuft seit November 2015 und wurde laut KfW schon mehr als 10.000 mal beantragt.

  • Förderung jetzt auch langfristig: KfW mit 20-jähriger Zinsbindung: Parallel zu den o.g. Neuerungen besteht nun auch bei der KfW die Möglichkeit einer langfristigen Zinsbindung. Gerade im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind Darlehnskontrakte, die länger als zehn Jahre dauern, sehr gefragt. Die KfW bietet nun in Ihrem Programm 153 erstmalig die Möglichkeit eine derartige Zinsbindung einzugehen. Die Startkonditionen für diese Variante liegen bei 1,31 % bis 1,51 % (effektiver Jahreszins), bei einem tilgungsfreien Anlauf von einem bis fünf Jahr(en).

2. Kredite/Immobilienfinanzierung

  • Kreditvergabe - Strengere Kriterien: Eine Verschärfung, die Kreditgebern und Kreditnehmern zukünftig wohl öfter mal "sauer aufstoßen" lässt. Durch das Inkrafttreten der Wohnimmobilienkreditrichtlinie Ende März sind Banken verpflichtet, die Bonität Ihrer Kunden bei der Kreditvergabe stärker zu prüfen. Diese verschärfte Kreditprüfung muss die Bank auch dokumentieren bzw. nachweisen können. Denn verletzt die Bank diese Pflicht, kann der Kunde seinen Vertrag jederzeit und ohne Vorfälligkeitsentschädigung kündigen.

    Gut für den Kunden? Ja, aber auch schlecht für den Kunden, denn: Häufiger als bislang wird der Kunde wohl von (s)einer Bank ein "nein" hören, da durch die verschärfte Kreditprüfung die Bonität als nicht ausreichend erachtet wird.

  • Widerrufsjoker - Das Ende naht: Der "ewige Widerrufsjoker" gehört der Vergangenheit an. Jedenfalls ab dem 21.06.2016. Bis zu diesem Datum können Kunden noch Darlehnsverträge mit (vermeintlich) fehlerhaften Widerrufsbelehrungen kündigen.

    Das Recht neu abgeschlossene Darlehnsverträge mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen zu kündigen, wird durch die neue Gesetzgebung auf zwölf Monate und vierzehn Tage begrenzt.

  • Dispokredite: Information und Beratungsangebot: Auch hier hat der Gesetzgeber Verbesserungen angeordnet. Zum einen müssen Banken und Sparkassen auf ihren Internetseiten die Dispozinsen "gut sichtbar" zur Schau stellen, zum anderen müssen Kunden, die dauerhaft im Minus sind, von der Bank ein Beratungsangebot über Alternativen erhalten.

3. Förderung erneuerbarer Energien

  • Windenergie/Biomasse - Senkung der Fördersätze: Um 1,20 % für Windenergieanlagen an Land und um 0,50 % für Biomasse werden die Fördersätze per 01.04.2016 gesenkt. Die Senkung erfolgt regelmäßig zu jedem neuen Quartal, Grundlage dieser Anpassung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahre 2014 (EEG 2014).