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31.03.2016

Schlechtes Beraterimage trifft alle - und kaum einer wehrt sich

Von seriös arbeitenden Finanzberatern wird das schlechte Beraterimage, das gerade wieder in einer "Hart aber Fair"-Talkrunde thematisiert wurde, als ungerecht empfunden. Aus ihrer Sicht werden Hürden im Beratungsgespräch aufgebaut und es leidet ganz allgemein die Attraktivität des Beraterberufs. Das muss sich ändern.

Hintergrund

Provisionsgierige Berater nutzen üble Tricks, um Anleger zu sinnlosen und letztendlich verlustreichen Investitionen zu verleiten. Das ist das Bild von den Finanzberatern, das sich in der Öffentlichkeit immer weiter verbreitet. Leider ist dieses Bild zum Teil zutreffend, aber eben auch zum Teil nicht. Aber wie soll der Anleger bzw. Interessent erkennen, welche Art von Finanzberater gerade vor ihm sitzt? Saubere Beratung, werden die meisten sagen. Dazu müsste der Finanzberater aber erst einmal die Chance zur Beratung bekommen.

Das scheitert allzu oft daran, dass es nicht gelingt, das Misstrauen der Interessenten zu überwinden. Die Folge ist, dass die seriöse Beratung an Attraktivität verliert und unseriöse Vorgehensweisen zunehmen. An all dem haben die Regulierungsmaßnahmen kaum etwas geändert und nach allem, was an weiteren gesetzlichen Maßnahmen geplant ist, wird das auch in Zukunft so sein. Schließlich gehören für Normalanleger problematische Gestaltungen wie z.B. intransparente Private Equity-Fonds, die für die Altersvorsorge völlig ungeeignet sind, seit Jahren zu den erfolgreichsten Produkten am freien Kapitalmarkt - Regulierung hin oder her.

Was ist zu tun?

Ein Anfang ist längst gemacht. So hat der Vermittlerverband AfW e. V. mit seiner Kampagne BESSER OBJEKTIV BERATEN den Verbandsmitgliedern Instrumente zur Verbesserung ihres Außenauftritts zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe eine umfassende professionelle Werbekampagne ebenso möglich ist wie Plakataktionen und Werbeanzeigen.

Notwendig ist aber vor allem ein Umdenken bei den Finanzberatern. Nur wer es versteht, sein seriöses Vorgehen ins rechte Licht zu rücken, wird daraus auch den entsprechenden Nutzen für sein Beratungsgeschäft ziehen können.

Hilfreich ist eine möglicherwiese mit Hilfe von Fachleuten aus Werbung und/oder Journalistik fertig ausformulierte Darstellung der eigenen Vorgehensweisen, die dann auch in einer attraktiven Gestaltung zur Verfügung steht. Einige Berater haben es geschafft, in regionalen Medien Beiträge zu platzieren, mit deren Hilfe Fachkompetenz und Seriosität transportiert werden können.

Wichtig ist auch ein Engagement bei Berufsverbänden, die ja bei Hearings in Berlin mit am Tisch sitzen. Wenn sie dort die Interessen der seriösen Finanzberater vertreten sollen, dann benötigen sie auch den Rückhalt von möglichst vielen Mitgliedern.

Fazit

Sobald das Bewusstsein für die Wichtigkeit dieses Themas geschärft ist, sind viele Wege möglich, das alles auch in die Tat umzusetzen. Es kann schließlich nicht sein, dass seriöse Finanzberater die dumpfen Täuschungen der schwarzen Schafe des Marktes widerstandslos weiter erdulden. Das sieht in der Öffentlichkeit wie ein Schuldanerkenntnis aus.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.