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27.01.2016

Makler: Erwartungen für 2016 sind durchwachsen

In einer nicht repräsentativen, aber dennoch aufschlussreichen Studie hat AssCompact kürzlich 50 Versicherer, Pools, Kapitalgesellschaften sowie Finanz-und Versicherungsmakler zu ihrer Meinung über den freien Versicherungsvertrieb im neuen Jahr befragt. Das Stimmungsbild ist nicht einheitlich.

Vor allem Maklerbetriebe, die ihre Geschäftsmodelle und Strukturen bereits vor längerer Zeit an politische und Marktgegebenheiten angepasst haben, sehen optimistisch ins neue und die folgenden Jahre, so ein Ergebnis der Umfrage. Wer dies bisher verschlafen oder verdrängt hatte, muss nun schnell eine lange Liste an Aufgaben abarbeiten: Erschließung neuer Geschäftsfelder, Anpassung an veränderte Vergütungssysteme, Investitionen in Technik und Infrastruktur, Kundensegmentierung, Eingehen von Kooperationen u.Ä.. Insgesamt wird es 2016 daher wohl einen Rückgang der Zahl an Maklerbüros geben. Während einige aufgeben müssen, können andere davon profitieren.

Zurückhaltende Provisionsprognosen

Auf der Provisionsseite sind die Erwartungen verhalten. Mit steigenden Provisionssätzen rechnen nur 2 % der Befragten. Maklerbüros, die sich bisher auf das Kranken- und Lebensgeschäft fokussiert hatten, spüren den Provisionsdeckel in Kranken und die verminderten Provisionen in Leben besonders schmerzlich. Zumindest die Gefahr eines Provisionsverbots scheint momentan gebannt, da die EU-Vermittlerrichtlinie IDD keins vorsieht. Allerdinges können die nationalen Gesetzgeber selbstständig über die Vergütungsstrukturen entscheiden.

Pools als Gewinner?

Gewinner dieser Entwicklung müssten die Pools sein, die beide Seiten - Makler und Produktgeber - aus Kosten- und Organisationsgründen benötigen. Doch sie spüren den Kostendruck gleichfalls, sodass auch Pools und Dienstleister sich anpassen und vor allem neue Serviceangebote kreieren müssen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Vor allem im Online-Bereich tobt der Wettbewerb, heißt es. Die reine Provisionshöhe tritt dabei weiter in den Hintergrund. Interessant ist die Frage, wie Pools künftig mit der Bezahlung ihrer Dienstleistungen umgehen und ob sie eventuell Gebühren einführen (müssen), um sich zu finanzieren. Darüber sagt die Umfrage allerdings nichts aus.

Hohe Erwartungen in die BiPRO-Normen

Bei der Zusammenarbeit mit Produktanbietern setzen die Makler hohe Erwartungen in die BiPRO-Normen. Sie wollen nicht nur die sog. TAA-Prozesse - Tarif, Angebot, Antrag - über diesen standardisierten Weg abwickeln, sondern vor allem ihr Bestandsgeschäft. Spannend bleibt weiter die Frage, welche Maklerverwaltungsprogramme am besten in der Lage sind, die relevanten BiPRO-Normen praktikabel umzusetzen. In jedem Fall müssen sie so gestrickt sein, dass Makler sie unkompliziert und kostengünstig in bestehende Strukturen integrieren können.