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10.11.2015

Solvency II: EU-Stabilitätsrichtlinie ist größte Herausforderung für Versicherer

Nicht einmal die anhaltende Niedrigzinsphase macht Versicherern so zu schaffen wie die Umsetzung von Solvency II, hat eine aktuelle Studie des Axa Vermögensverwalters Axa Investment Managers (Axa IM) herausgefunden. So jedenfalls die Meinung von 56 befragten Unternehmensentscheidern aus den Bereichen Schaden- und Unfallversicherung sowie Lebens- und Krankenversicherung.

Die befragten Unternehmen repräsentieren zusammen Bruttobeiträge iHv. 89,6 Mrd. EUR und Kapitalanlagen iHv. 495,6 Mrd. EUR, was mehr als 40 % des relevanten Versicherungsmarktes in Deutschland entspricht.

71 % der befragten Entscheider von Erstversicherern gaben an, dass die Umsetzung des neuen Regulierungsrahmens von Solvency II sie besonders herausfordere. Das Niedrigzinsumfeld nannten 61 % als eine der größten Aufgaben, 39 % nannten zudem die erhöhte Risikomanagementkomplexität. Nur 21 % fürchteten die Marktvolatilität als großes Problem. Das wundert die Studienmacher nicht. "Angesichts der hohen Anforderungen, die mit Solvency II auf die Versicherer zukommen, hat uns dieses Ergebnis nicht überrascht", kommentiert Jörg Schomburg, Leiter Institutional Sales Deutschland bei Axa IM. "Insbesondere mit Blick auf die in Säule II geregelten Anforderungen an das Risikomanagement und die in Säule III versammelten Berichterstattungspflichten sind gewaltige Anstrengungen nötig." Zu dieser Interpretation passe auch, dass mit der Komplexität des Risikomanagements eine direkte Folge von Solvency II ebenfalls an prominenter Stelle genannt werde.

Viele Unternehmen sind auf der Ziellinie

Der Umsetzungsstand scheint recht gut zu sein, wie die Studie weiter herausfand. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Einführungstermin Januar 2016 alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen haben, ein Viertel zeigte sich unentschlossen - allerdings mit positiver Tendenz. Denn keiner der Befragten war so pessimistisch, dass sie den rechtzeitigen Abschluss für komplett unwahrscheinlich halten.

Was die einzelnen Säulen von Solvency II betrifft, hat die Säule I mit ihren Solvenzkapitalerfordernissen eindeutig die Nase vorn. 71 % der Befragten sehen hier einen guten oder sehr guten Vorbereitungsstand. Für die Säule II (Risikomanagement) sagten dies nur 67 %, Schlusslicht bildet Säule III (Berichtspflichten) mit lediglich 54 %.

Differenzen gibt es naturgemäß auch zwischen großen und kleinen Unternehmen. Vertreter kleinerer Versicherungsunternehmen mit weniger als 1 Mrd. EUR Bruttoprämien zeigten sich dabei insgesamt etwas skeptischer als Entscheider in großen Unternehmen.