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24.09.2015

Riester-Rente: Und sie lohnt sich doch!

Der Streit um die Riester-Rente hört nicht auf. Nachdem das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) mit einer umstrittenen Studie die Diskussion neu entfacht hat, hat sich kürzlich auch die Deutsche Rentenversicherung zu Wort gemeldet und die Renditen neu ausgerechnet.

Nach Berechnung von Wissenschaftlern der Freien Universität und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung entfallen fast 40 % der Gesamtförderung auf die oberen zwei Zehntel der Einkommensverteilung, hatte das DIW in einer Pressemitteilung Anfang Juli dieses Jahres verkündet. Bezogen hatten sich die Wissenschaftler dabei auf repräsentative Daten der Bundesbank. Demnach kommen, bezogen auf aktive Riester-Sparer, nur rund 15 % der Fördersumme des Programmes bei den beiden unteren Zehnteln der verfügbaren Einkommen an. Gerade für Geringverdiener aber war die Riester-Förderung gedacht.

Es ist genau andersherum!

Mit dieser Einschätzung war das DIW auf harsche Kritik vor allem der Versicherungsbranche gestoßen. Sie erhält nun unerwartete Hilfe von amtlicher Seite. Wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in einer aktuellen Studie ausrechnet, ist es genau andersherum. Nach der Modellrechnung der DRV sind es vor allem Geringverdiener, Eltern und Frauen, die vom Abschluss einer Riester-Rente profitieren, behauptet sie.

Wie hoch die Rendite der Riester-Rente ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Anspardauer, Art des Vertrages, ob Grund- und Kinderzulage ausgeschöpft werden usw. Insbesondere die Förderung der Altersvorsorge über Zulagen und Steuervorteile soll dafür sorgen, dass auch Geringverdiener mit der Riester-Rente eine gute Rendite erwirtschaften und damit im Alter besser abgesichert sind. Wer nur über ein geringfügiges Einkommen verfügt, kann durch die Zulagen die beste Rendite bei der Riester-Rente erwarten. In der Studie werden hierbei 25 % des Durchschnittseinkommens berücksichtigt. Das entspricht in etwa einer Halbtagsstelle bei Mindestlohn. Solche Niedriglohnempfänger profitieren, gemessen an ihren eigenen - sehr geringen - Einzahlungen in die Riester-Rente, insbesondere bei mehreren Kindern von einer hohen Rendite. Bei hohen Einkommen spielt die Förderung gemessen an den Einzahlungen hingegen eine weniger große Rolle.

Keine Prognosen, nur mögliche Verläufe

So kann nach der Berechnung der DRV eine 30-jährige Frau mit einem Einkommen von 25 % des Durchschnitts mit drei Kindern eine Rendite von 8,8 % (ohne Zinsüberschuss), von 9,7 % bei einem Zinsüberschuss von 1 %, von 10,7 % (2 %) bzw. 11,6 % (3 %) bekommen. Bei einer Durchschnittsverdienerin gleichen Alters würden diese Werte 2,6, 3,5, 4,5 und 5,5 % betragen. Wer das doppelte Durchschnittseinkommen nach Hause trägt, bei dem sinkt die Rendite auf 1,8, 2,6, 3,6 bzw. 4,5 %.

Wie die Autoren der Studie betonen, handelt es sich bei den Werten nicht um Prognosen, sondern lediglich um mögliche Verläufe. Grundlagen der Musterrechnungen seien aktuelle Konditionen sowie geltende Regeln aus dem Sozial- und Steuerrecht. Die Renditen würden sich auf die gesamte Vertragslaufzeit beziehen - also neben der Anspar- auch auf die Rentenphase.