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07.09.2015

Rechtsform: Vor- und Nachteile von GmbH und GmbH & Co. KG

Makler stellen sich nicht nur bei der Gründung oder Übernahme einer Maklerfirma die berechtigte Frage, welche Rechtsform die günstigste ist. Auch steuerliche und wirtschaftliche Aspekte können dazu führen, die einmal gewählte Form zu überdenken.

Standardantworten auf die Frage, welche Rechtsform die richtige für den eigenen Betrieb ist, gibt es leider nicht. Wer sich unsicher ist und Zweifel hat, sollte daher unbedingt steuerliche und rechtliche Beratung suchen, am besten aus einer Hand. Im Vorfeld der Beratung und um im Gespräch die richtigen Fragen stellen zu können, hier einige allgemeine Hinweise:

Privatvermögen ist geschützt

Sowohl GmbH als auch GmbH & Co. KG - letztere ist eine Sonderform der Kommanditgesellschaft, bei der der persönlich und unbegrenzt haftende Gesellschafter (Komplementär) keine natürliche Person, sondern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist - bieten den Vorteil, dass kein Zugriff auf das Privatvermögen der Gesellschafter möglich ist. Zumindest dann, wenn die Spielregeln im Insolvenzfall eingehalten und während der Geschäftstätigkeit etwa durch Dokumentation und ausreichend Versicherungen die Risiken minimiert werden.

GmbH & Co. KG bietet Abschreibung für Käufer

Beim Kauf oder Verkauf von Maklerbeständen bieten letztlich beide Rechtsformen die einzige Möglichkeit, die Sache unkompliziert über die Bühne zu bringen, da die Maklerverträge zum Unternehmen gehören und nicht aufwändig auf den neuen Makler umgeschrieben werden müssen. Vorteil der GmbH & Co. KG: Sie bietet für den Käufer Abschreibungsmöglichkeiten, die die GmbH nicht hat. Anders verhält es sich bei der steuerlichen Behandlung der Bezüge des Chefs. Hier hat die GmbH & Co. KG den Nachteil, dass Zahlungen an den Unternehmer sowie die Altersvorsorge steuerlich nicht abzugsfähig sind. Was die laufende Gewinnentnahme betrifft, schlägt das Pendel wieder zugunsten der GmbH & Co. KG aus, da sie wie im Einzelunternehmen abhängig von der Liquidität der Gesellschaft und dem Finanzbedarf des Unternehmers vorgenommen wird. In der GmbH müssen dagegen einige Formalitäten zwingend beachtet werden.

Verwaltungskosten bei der GmbH günstiger

Bei der Verrechnung von Verlusten mit anderen Einkünften muss sich die GmbH erneut geschlagen geben, weil dies hier generell nicht möglich ist. Bei der KG ist dies dagegen möglich, wenn das Kapitalkonto des Kommanditisten nicht ins Minus rutscht bzw. genug Haftungspotenzial aufweist. Wenn es um die laufenden Verwaltungskosten geht, liegt wieder die GmbH vorn, da sie nicht zwei rechtliche Unternehmen berücksichtigen muss und entsprechend keine zusätzlichen Jahresabschlüsse, IHK-Gebühren und Offenlegungspflichten hat.