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02.09.2015

ECall - ein Lebensretter mit enormem Marktpotenzial

Emergency Call, kurz ECall, ist ein Notrufsystem, dass ab 2018 in allen Neufahrzeugen integriert sein muss. Durch die neue Technologie soll die Anzahl der Verkehrstoten und Schwerstverletzten verringert und im Fall einer Fahrzeugpanne das Fahrzeug schnellst möglich einer Reparatur zugeführt werden.

Wie funktioniert ECall?

Das Notrufsystem ECall wird durch einen Unfallaufprall oder per Tastendruck aktiviert und sendet eigenständig einen Notruf an die nächste Notrufzentrale. Diese erhält eine genaue Standortbeschreibung des Fahrzeuges und hat die Möglichkeit mit den Insassen zu sprechen. So können Rettungsfahrzeuge in kürzester Zeit am Umfallort eintreffen.

Bei kleineren Unfällen oder bei manueller Auslösung (Panne) kann eine Information an voreingestellte Dritte erfolgen.

Markt mit Wachstumspotenzial

Mit dem neuen Notrufsystem eröffnet sich ein Markt mit großem Potenzial. Wem soll der Pannenruf zugehen? Wer darf den wichtigen Erstkontakt zum Fahrzeugführer, dem Kunden aufnehmen und so das Abschleppen und die Reparatur des Fahrtzeuges veranlassen?

Das europäische Parlament hat entgegen den Interessen der Autoindustrie entschieden, dass der Fahrzeugeigentümer frei wählen darf, wem sein Pannenruf zugeht. Der Hersteller darf daher nicht per Werkseinstellung das Fahrzeug in sein Werkstattnetz leiten.

Auch die Versicherungswirtschaft bewirbt sich um eine Zuleitung

Viele Versicherer stecken in den Startlöchern, den ureigenen Markt zu erweitern und das bereits im Rahmen des Schadenmanagements geschaffene Werkstattnetz auf Reparatur- und Wartungsarbeiten zu erweitern.

Dies hat u.a. auch Bedeutung für den Gebrauchtfahrzeugmarkt. Auch hier rüsten die Versicherer auf. So sollen auch Gebrauchtfahrzeuge, die noch nicht serienmäßig über das Notrufsystem verfügen, nachgerüstet werden können.

Ob die erforderliche Hard- und Software für den Kunden in jedem Fall kostenlos sein wird, bleibt abzuwarten.

ECall besteht aus

  • einem GPS Sender, der im Falle seiner Aktivierung die Position des Fahrzeuges ortet,

  • einer GSM Antenne, die den Notruf an die jeweilige öffentliche Notrufnummer sendet,

  • einem Steuergerät, das den Notruf über den Mobilfunk der Notrufzentrale meldet,

  • Mikrofonen und Lautsprecher, um so den direkten Austausch zwischen Notrufzentrale und Insassen zu ermöglichen,

  • einer Notstromversorgung, um so die Funktionstüchtigkeit des Systems bei unfallbedingtem Batterieausfall zu garantieren,

  • Sensoren, die den Aufprall empfangen,

  • einer Notruftaste für eine manuelle Betätigung des Notrufsystems und

  • Datenbanken mit den erforderlichen Rettungskarten.

Datenschutz

Die Daten zum Standort und den Insassen dürfen nur im Notfall erhoben und weder an Dritte weitergegeben noch für anderweitige Zwecke verwendet werden. Der Fahrzeugeigentümer muss vor der ersten Inbetriebnahme schriftlich der Datenübermittlung an den aufgeführten Anbieter zustimmen.

Fazit

ECall ist eine intelligente Idee, Unfallopfern schnellstmöglich helfen und damit Leben retten zu können. Die Entscheidung des europäischen Parlaments hätte nicht anders ausfallen dürfen. Dort wo mehrere Möglichkeiten bestehen, muss der Kunde immer die Möglichkeit der freien Wahl haben. So ist es an den Anbietern, den Kunden mit neben dem eigentlichen ECall angebotenen Serviceleistungen von dem eigenen Produkt zu überzeugen.