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02.09.2015

Tarifrente Bau ab 01.01.2016 für allgemeinverbindlich erklärt

Die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft haben die zusätzliche Altersversorgung in der Bauwirtschaft neu geregelt. Mit der Tarifrente Bau als Bestandteil des neuen allgemeinverbindlichen Tarifvertrages über eine zusätzliche Altersversorgung im Baugewerbe (TV TZA) wird ab dem 01.01.2016 das seit 1957 bestehende, überwiegend umlagefinanzierte System der Rentenbeihilfe weiterentwickelt und dieses nach und nach ersetzt. Der Tarifvertrag über eine zusätzliche Altersversorgung im Baugewerbe (TZA Bau) wurde zum Start der neuen Tarifrente Bau am 01.01.2016 für allgemeinverbindlich erklärt. Die Allgemeinverbindlicherklärungen erfolgten erstmals auf der Grundlage des im August 2014 novellierten Tarifvertragsgesetzes. Die Tarifrente Bau wird über die SOKA-BAU, die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes, durchgeführt.

Mit der Umstellung auf eine kapitalgedeckte Zusatzversorgung will die SOKA-BAU den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen. Denn rückläufigen Beschäftigungszahlen stehen immer mehr Bezieher von Rentenbeihilfe gegenüber. Mit der Tarifrente Bau werden erstmals auch die Beschäftigten in den neuen Bundesländern und die Auszubildenden in die überbetriebliche Altersversorgung einbezogen. Die Beiträge werden wie bisher bei den gewerblichen Arbeitnehmern als Prozentsatz der Bruttolohnsumme, bei den Angestellten in einem Festbeitrag gezahlt.

Von der Tarifrente Bau erfasst werden ab dem 01.01.2016:

  • Beschäftigten in den alten Bundesländern, die am 31.12.2015 das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,

  • Beschäftigten, die nach diesem Stichtag erstmals in das Baugewerbe eintreten,

  • Beschäftigten in Betrieben mit Sitz in den neuen Bundesländern,

  • Auszubildenden.

Die Leistungen

Aus jedem monatlichen Beitrag des Arbeitgebers entsteht sofort ein Versorgungsbaustein. Zusätzliche Bausteine entstehen aus den während der Laufzeit erzielten Überschüssen. Die Summe aller Versorgungsbausteine bis zum Rentenbeginn ergibt die dem Arbeitnehmer zustehende Zusatzrente, die ihm zu seiner Altersrente bzw. Rente wegen Erwerbsminderung oder Unfallrente gezahlt wird. Erhalten Arbeitnehmer eine Erwerbsminderungs- bzw. eine Unfallrente, wird auf Basis der durchschnittlichen Beiträge der letzten 36 Monate eine fiktive unveränderte Beitragszahlung bis zum 62. Lebensjahr unterstellt. Die so errechnete Rente wird dem Erwerbsminderungs- bzw. Unfallrentner gezahlt. Fehlen insolvenzbedingt Zahlungen des Arbeitgebers, werden Arbeitnehmern bis zu drei fehlende Monatsbeiträge gutgeschrieben.

Übergangsregelung

Sichergestellt ist auch, dass durch die Einführung der Tarifrente Bau Arbeitnehmer, die am 31.12.2015 jünger als 50 sind und schon unverfallbare Anwartschaften in der Rentenbeihilfe erworben haben, nicht schlechter gestellt werden. Denn bei der Prüfung der Rentenansprüche wird ein Günstigkeitsvergleich nach dem alten und dem neuen System durchgeführt. Der Arbeitnehmer erhält mindestens die Leistung, die ihm bei Fortbestand des Altsystems zugestanden hätte.

Hinweis

Für Arbeitnehmer, die vor dem 01.01.2016 schon im Baugewerbe tätig waren und das 50. Lebensjahr zum Stichtag vollendet haben, gilt die bisherige Rentenbeihilfe weiter.