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26.08.2015

Anlegerbarometer: Wer zufrieden, wer unzufrieden ist...

Aktienanleger sind mehrheitlich zufrieden, Besitzer festverzinslicher Papiere dagegen unzufrieden: Dieses Ergebnis des aktuellen Anlagerbarometers der genossenschaftlichen Investmentgesellschaft Union Investment überrascht angesichts anhaltend niedriger Zinsen eigentlich nicht. Dennoch scheint sich nur langsam etwas zu ändern.

Insgesamt sind 57 % der Deutschen im Niedrigzinsumfeld tendenziell unzufrieden mit ihrer Geldanlage, vor allem Besitzer von Bankanlagen (59 %) und Bausparverträgen (58 %). Und auch in Zukunft rechnen die meisten Anleger nicht damit, dass sich das Umfeld festverzinslicher Papiere auf absehbare Zeit durch deutlich steigende Zinsen verbessern wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Union Investment-Anlegerbarometer für das zweite Quartal 2015.

Tagesgelder und Sparbücher unbeliebt

Zwei Drittel der Anleger gehen von konstant niedrigen Zinsen in den nächsten sechs Monaten aus - und das, obwohl erste Anzeichen von steigenden Zinsen unübersehbar sind. Das gilt auch für einen Zeithorizont von mehreren Jahre. Sowohl über drei als auch über fünf Jahre rechnet eine Mehrheit von 59 % lediglich mit moderat steigenden Zinsen. Entsprechend sinkt die Beliebtheit von Tagesgeldern im Vergleich zum ersten Quartal um zwei Prozentpunkte auf 27 %, von Sparbüchern um vier auf 15 % und von festverzinslichen Wertpapieren um drei % auf 22 % weiter.

Anleger rechnen mit steigenden Kursen

Dagegen sieht das Bild unter Aktienanlegern ganz anders aus. Annähernd zwei Drittel (60 %, erstes Quartal: 46 %) der Anleger sind sehr zufrieden bis zufrieden mit ihrer Anlageentscheidung. Und für die nächsten sechs Monate wird sich daran wohl auch nichts ändern, denn die deutliche Mehrheit der Deutschen rechnet mit konstanten bis steigenden Aktienkursen. Nur knapp jeder Vierte (24 %) meint, dass die Kurse im nächsten halben Jahr sinken werden (erstes Quartal: 26 %).

Männer sind dabei deutlich optimistischer (34 %) als Frauen (18 %). Insgesamt steigt die Attraktivität von Aktien im Vergleich zum ersten Quartal von 33 auf 38 %. Geschlagen werden Aktien nach wie vor nur von Immobilien (77 %, erstes Quartal: 72 %).

Aber ändern will kaum jemand etwas

Insgesamt, so schlussfolgern die Analysten, müsste sich also die Stimmung in der Bevölkerung zugunsten chancenreicherer Geldanlageformen ändern. Dies geschieht merkwürdigerweise jedoch nur langsam, denn sechs von zehn Befragten möchten ihr Geld nach wie vor nicht chancenreicher anlegen als bisher. Nur 19 % (Vorjahr 12 %) sind bereit, in risikoreichere Anlageklassen zu investieren.