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24.08.2015

Auslandskrankenversicherung für Mitarbeiter

In der heutigen globalisierten Welt werden Produktionsprozesse über Landesgrenzen hinaus organisiert. Hinzukommt, dass die Volkswirtschaften eng miteinander verzahnt und die Abhängigkeiten aufgrund internationaler Lieferketten immens sind. Diese Globalität und Internationalisierung bewirkt, dass man Kollegen, Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner auch aus den eigenen Niederlassungen und Betriebsstätten in anderen Ländern trifft. Und dabei reisen qualifizierte Mitarbeiter der jeweiligen Unternehmen um die Welt. 2013 soll die Anzahl der Dienstreisen weltweit bei 171 Mio. gelegen haben.

Hintergrund

Mitarbeiter, die im Auftrage des Arbeitgebers eine Geschäftsreise unternehmen, sind in der Regel durch entsprechenden Versicherungsschutz abgesichert, den der Arbeitgeber abgeschlossen hat. Die gesetzliche Grundlage für die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers findet sich in § 618 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Danach ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Mitarbeiter in Ausübung ihrer Tätigkeit gegen Gefahren für Leben und Gesundheit zu schützen. Bei Verletzung dieser Verpflichtungen kann es zu Schadenersatzansprüchen nach den für unerlaubte Handlungen geltenden Vorschriften der §§ 842 bis 846 BGB kommen.

Auch die Bestimmungen des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) verpflichten den Arbeitgeber, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen (§ 3 Abs. 1 ArbSchG). Dazu gehört z.B. für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie Vorkehrungen zu treffen, sodass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten sowie eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.

Weltweit sollen derzeit rund 230 Mio. Expatriates, kurz Expats, unterwegs sein. Es handelt sich dabei gerade auch um Fachkräfte, die von ihren Arbeitgebern vorübergehend für einen Zeitraum von einem bis fünf Jahre an eine ausländische Dependance oder Zweigstelle entsandt werden.

Inhalte

Die Auslandskrankenversicherung bietet Versicherungsschutz bei ambulanten, stationären und zahnmedizinischen Behandlungen sowie für die Übernahme der Rücktransportkosten aus dem Ausland - und das möglichst weltweit. Assistance-Leistungen kommen oftmals hinzu. Servicebereitschaft und Kompetenz des Versicherers bzw. der Notrufzentrale und der Servicedienstleister vor Ort sind neben einer schnellen und unkomplizierten Hilfe und sprachlichen Kompetenz im Endeffekt entscheidend. Insofern dürften hier Anbieter mit einem internationalen Netzwerk und Serviceanbieter Vorteile besitzen.

Mehrere Optionen bestehen bei der zeitlichen Gestaltung des Krankenversicherungsschutzes:

  • Kurzfristige Deckung für bis zu 42 oder bis zu 70 Tage,

  • Mittelfristige Deckung für bis zu 365 Tage,

  • Langfristige Deckung für maximal bis zu 24, 60 oder 108 Monate.

Unterschieden werden zudem Versicherungsangebote für die Ausreise als auch sog. Incoming-Angebote für die weltweite Einreise nach Europa.

Ansatzpunkte

Eigentlich müsste dies ein ganz hervorragender Ansatzpunkt für den qualifizierten Versicherungsmakler sein, der auf der Basis seiner kompetenten Beratung maßgeschneiderten Versicherungsschutz bei Auslandsreisen von Mitarbeitern und Management weltweit gegen das Krankheitsrisiko und andere Reiserisiken wie z.B. Unfall, Berufsunfähigkeit, Todesfall, Reisegepäck, Haftpflicht usw. verschaffen kann. Und dies gilt nicht nur hinsichtlich der Großkonzerne, sondern auch für die Mittelstandsunternehmen, die bei diesen Fragestellungen auf externes Know-how angewiesen sein dürften. Ansprechpartner in den Betrieben dürften primär die Personalabteilung, die Geschäftsleitung und die Versicherungsabteilung sein.