Aktuelles

07.08.2015

Geförderte Altersvorsorge: Mehr Klarheit und Transparenz

Die Produktinformationsblätter für staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte müssen laut der neuen Altersvorsorge-Produktinformationsblattverordnung (AltvPIBV) bestimmten Kriterien entsprechen und vor allem die Chance-Risiko-Klassifizierung und das Preis-Leistungsverhältnis klar und eindeutig ausweisen. Die AltvPIBV wurde bereits am 27.07.2015 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und gilt ab dem 01.01.2017. Bis zu diesem Termin haben Anbieter geförderter und zertifizierter Altersvorsorgeprodukte Zeit, die erheblichen Vereinheitlichungen und Neuregelungen umzusetzen.

Während die Produktnamen weiterhin von den Unternehmen gewählt werden dürfen, sind bei der Benennung der Produkttypen künftig nur noch folgende neun Bezeichnungen zulässig:

  • Rentenversicherung,

  • Fondssparplan,

  • Banksparplan,

  • Bausparvertrag,

  • Genossenschaftsanteile,

  • Darlehn,

  • vor- oder zwischenfinanzierter Bausparvertrag

  • Erwerbsminderungsversicherung oder

  • Berufsunfähigkeitsversicherung.

Fünf Chance-Risiko-Klassen

Darüber hinaus ist jeder Förderart - Riester-Rente, Wohn-Riester, Basisrente - Alter, Basisrente - Erwerbsminderung - ein Logo zuzuordnen, durch das sie für Verbraucher sofort zu erkennen ist. Die Verordnung legt genau fest, wie die verschiedenen Produkte beschrieben werden und welche wesentlichen Bestandteile des Vertrages aufgeführt sein müssen. Bei der Ermittlung der Chance-Risiko-Klassen (CRK) kommen fünf Stufen in Betracht, von CRK 1 für geringste bis CRK 5 für höchste Risiken und Renditechancen. Dabei ist für jede der vier Vertragslaufzeiten 12, 20, 30 und 40 Jahre eine Chancen-Risiko-Klasse zu ermitteln. Anzugeben ist der effektive Jahreszins, wobei alle Kosten für den Vertragspartner einschließlich aller auf den Vertrag zu leistenden Altersvorsorgebeiträge einzubeziehen sind. Bei der Kostenangabe sind alle Abschluss- und Vertriebskosten sowie die Verwaltungskosten zusätzlich als Jahresbetrag für das erste volle Vertragsjahr zu berücksichtigen. Die Angaben erfolgen in Euro.

Sehr detailliert sind auch die Regelungen zur Angabe des Preis-Leistungs-Verhältnisses, weil dies für die Wahl des Produkts von höchstem Nutzen für Verbraucher ist. Neben garantiertem Kapital, das in der Leistungsphase zur Verfügung steht, muss der monatliche Auszahlbetrag als Gesamtbetrag und als Betrag je 10.000 EUR eingezahltem Kapital angegeben werden. Wenn kein fester Betrag genannt werden kann, sind die Gründe hierfür anzugeben. Dazu kommen Kosten, die die Wertentwicklung beeinträchtigen, sowie weitere Angaben, die die Rendite des Vertrages beeinflussen.

Bundesfinanzministerium veröffentlicht amtliches Muster

Auch die Form des künftigen Produktinformationsblattes ist vorgegeben; es muss nach einem amtlich vorgegebenen Muster verfasst werden. Dieses Muster wird in einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht. Die Sprache muss allgemeinverständlich sein und vom Verbraucher verstanden werden können, es darf nicht auf andere Dokumente verwiesen werden. Inhalte müssen eindeutig und dürfen nicht irreführend sein. Werbende Inhalte sind untersagt.

Die Branche hatte es ausdrücklich begrüßt, dass ein einheitliches Produktinformationsblatt für geförderte Altersvorsorgeprodukte eingeführt werden soll. Allerdings gab es etwa vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Nachbesserungswünsche. Die Kritikpunkte sind hier aufgeführt.