Aktuelles

21.07.2015

Aktuelle Studie zeigt: Betriebsrente schlägt Firmenwagen

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage unter 1.026 deutschen Arbeitnehmern, welche das Meinungsforschungsinstitut forsa im April und Mai 2015 im Auftrag der KAS BANK, des Wertpapierdienstleisters für Altersvorsorgevermögen, durchgeführt hat, hat die betriebliche Altersversorgung einen hohen Stellenwert bei Arbeitnehmern.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:

  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist wichtigster wirtschaftlicher Faktor für Attraktivität des Arbeitsplatzes nach dem Gehalt.

  • 43 % der Befragten halten die aktuellen Kosten der bAV für zu hoch.

  • Über die Hälfte der Deutschen sieht die bAV als gut oder sehr gut geeignet für die Altersvorsorge (gesetzliche Rente: 15 %).

  • Vor allem bei Frauen und jüngeren Leuten gibt es noch deutliche Informationsdefizite bei der bAV.

  • Steigende Lebenserwartung und niedrige Zinsen werden von den Befragten als die größten Herausforderungen der bAV gesehen.

51 % der Befragten halten die bAV für gut oder sehr gut geeignet, um eine ausreichende Vorsorge im Alter zu gewährleisten. Noch etwas stärker schneidet die private Vorsorge mit 61 % ab, während die gesetzliche Rente lediglich von 15 % der Deutschen als geeignete Altersvorsorge eingestuft wird. Entsprechend würde fast jeder zweite Befragte (47 %) die bAV künftig gerne stärker gewichten, wenn dies möglich ist. Die betriebliche Altersvorsorge nimmt deshalb auch einen extrem hohen Stellenwert bei der Wahl des Arbeitgebers und der Attraktivität eines Arbeitsplatzes ein. 72 % der Deutschen sehen eine bAV als wichtig oder sehr wichtig bei der Wahl eines Arbeitgebers an. Damit rangiert die betriebliche Altersvorsorge deutlich vor vermögenswirksamen Leistungen (57 %), einem Jobticket (35 %) oder einem Dienstwagen (20 %). Lediglich das Arbeitsentgelt hat erwartungsgemäß einen noch höheren Einfluss auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes, es ist für 94 % aller Befragten wichtig oder sehr wichtig.

Transparente Kosten sind für die Deutschen bei einer bAV dabei der bei weitem vorrangige Aspekt. 86 % aller Befragten stufen Kostentransparenz als wichtig oder sehr wichtig ein. Geringe Wertschwankungen der investierten Beträge werden von 78 % als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt, hohe Wertsteigerungen folgen mit 70 % mit deutlichem Rückstand und besitzen besonders bei Personen mit unterdurchschnittlichem Haushaltsnettoeinkommen eine untergeordnete Bedeutung. Dass die Beiträge der bAV nachhaltig, ökologisch und sozial investiert werden, ist nur für knapp die Hälfte der Befragten (47 %) relevant.

Bei den Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge besteht noch deutlicher Nachholbedarf. Lediglich 41 % aller Befragten fühlen sich zum Thema gut oder sehr gut informiert. Bei den unter 30-Jährigen liegt die Quote sogar nur bei 30 %. Entsprechend ist auch knapp jedem vierten Deutschen (23 %) nicht bewusst, dass für eine betriebliche Altersvorsoge Kosten anfallen. Bei den unter 30-Jährigen geben sogar 30 % an, dies nicht zu wissen. Bei all jenen Befragten, die sich grundsätzlich über anfallende Kosten im Klaren sind, sehen 43 % der Befragten noch Kostensenkungspotenzial, nur 33 % halten die aktuellen Kosten für angemessen.

Die größten Herausforderungen für die bAV sehen die Deutschen in der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung und im aktuell niedrigen Zinsniveau (jeweils 58 % der Nennungen). Die Schwäche der gesetzlichen Rentenversicherung empfinden 40 % der Befragten als Herausforderung für die betriebliche Altersvorsorge.