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20.07.2015

Vertriebschance Zinswende? Run auf Forward-Darlehn hält an

Wer im Jahr 2010 seine Baufinanzierung mit 4 % abgeschlossen hatte, wurde von anderen Immobilienbesitzern neidisch beäugt. "Noch tiefer wird der Zinssatz wohl nicht fallen!" war damals die einhellige Meinung. Doch weit gefehlt. Auch in den Jahren 2010 bis 2014 ging die Schussfahrt ins Tal der Aktivzinsen weiter. Besonders beeindruckend waren die letzten 16 Monate. Seit Anfang 2014 fiel der Zinssatz für Baugeld kontinuierlich. Doch ist jetzt Schluss?

Zinswende im Jahr 2015?

Ende Mai 2015 dann ein unbekanntes Bild auf den Homepages der Kreditgeber und der Vergleichsportale. Zahlreiche Anbieter erhöhten erstmals seit langer Zeit wieder die Zinsen für Immobilienfinanzierungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten (Griechenland, Ölpreis usw.) und enorme Schwankungen in der Umlaufrendite/den Rentenmärkten machten diesen Schritt notwendig. Doch ist dies die lang erwartete Zinswende oder nur ein "Strohfeuer"? Die schon prognostizierten Negativ-Zinsen scheinen jedenfalls in weite Ferne gerückt zu sein.

Reißleine Forward-Darlehen?

Ungeachtet aller Spekulationen ist der Run auf Forward-Darlehen zurzeit enorm hoch. Kein Wunder. Darlehnsnehmer, die vor sieben Jahren Ihre Finanzierung abgeschlossen haben, sehen beim Blick auf Ihren Kreditvertrag eine 5 oder 6 vor dem Komma. Im Jahr 2015 dürfte in den meisten Fällen dort eine 2 stehen. Da spielen auch die Forward-Aufschläge keine Rolle, die Ersparnis ist offensichtlich. Selbst wenn zögerliche Kunden durch das "falsche Abwarten" in den letzten Wochen ein paar Tausend Euro Ersparnis eingebüßt haben.

Vertriebschance nutzen!

Wie profitiert der Vermittler? Dem Kunden ehrlich und anschaulich die Risiken und Chancen des Forward-Darlehens näher bringen. "Ehrlich": Das Forward-Darlehn kommt einer Wette gleich. Dem Kunden muss bewusst sein, dass auch ein Forward-Darlehn ein rechtsgültiger Vertrag ist. Und wer sich in der Wartezeit von bis zu fünf Jahren überlegt, den Vertrag zu kündigen, kommt um eine Nichtabnahmeentschädigung nicht herum. Ob sich die "Zinswette" lohnt, weiß man erst wenn das Forward-Darlehn zur Auszahlung kommt. Alles andere ist Kaffeesatzleserei. "Anschaulich": Die Vorteile liegen auf der Hand und sind dem Kunden leicht zu erklären. Zum einen sind es natürlich die offensichtlich und werbewirksam günstigeren Zinsen. Doch hinter dem bunten Konditionenplakat wird es erst richtig interessant. Der Kunde kann dank des niedrigeren Zinses seine Tilgung erhöhen und hat das Darlehn schneller zurückbezahlt, ohne die monatliche Belastung zu erhöhen. Schnellere Darlehnsrückführung und Planungssicherheit, sind somit wohl die schlagkräftigsten Argumente in der Beratung. Das spielt es dann auch keine Rolle, ob der Zinssatz bei 1,90 % oder 2,05 % liegt.

Pragmatisch sein, nicht gierig!

Ob die Zinsen zwischendurch nun wieder etwas sinken, sich erst mal seitwärts bewegen oder ob wir doch kurzfristig die Zinswende erleben: Für die Mehrheit der Immobilienfinanzierungskunden, bei denen in nächster Zeit die Anschlussfinanzierung ansteht, dürfte der Abschluss eines Forward-Darlehns jetzt sinnvoll sein. Finanzielle Planungssicherheit für die nächsten zehn bis 20 Jahre und die satte Ersparnis gegenüber dem Altvertrag dürften ein "Vorzeitkredit-Kontrakt" rechtfertigen. Selbst wenn der Zins nochmal sinkt ist das kein Grund für Bauchschmerzen, auf der Gewinnerseite ist man so oder so.