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20.04.2015

Störfälle im Versicherungsbetrieb: Gewappnet für den Ernstfall?

Krisen und Katastrophen unterschiedlichster Ausprägungen erschüttern in scheinbar immer kürzer werdenden Intervallen die Welt: Terroranschläge, Kidnapping, Flugzeugabstürze, Naturkatastrophen und Epidemien sind nur Beispiele für mögliche Szenarien. Wie sind die deutschen Versicherer auf solche Ereignisse vorbereitet, die auch ihre wesentlichen Betriebsabläufe betreffen und beeinträchtigen können?

Die Versicherungsforen Leipzig beschäftigen sich seit Jahren mit dem gern verdrängten Problem des Business Continuity Managements (BCM) und wollen dieses latente Problem ins Licht der Öffentlichkeit befördern. Daher starteten sie kürzlich eine Online-Umfrage unter den BCM-Verantwortlichen deutscher Versicherungsunternehmen - bereits die dritte dieser Art, wie die Versicherungsforen mitteilten. Die Erfahrungen der vorherigen Umfragen belegen, dass viele Unternehmen die Festlegung der BCM-Strategie und erste Business Impact- Analysen weitestgehend abgeschlossen und konkretere Umsetzungsmaßnahmen sowie Test und Übungen in Angriff genommen haben. Es müssen aber nach Einschätzung der Versicherungsforen noch weitere Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Zudem sei es nötig, die BCM-Prozesse kontinuierlicher zu betrachten und fest in der Unternehmenskultur zu verankern.

Schutz von Personen und Sachen

Laut einer Definition der British Standard Institution ist das Business Continuity Management ein Prozess, der sowohl strategische als auch operationale Rahmenbedingungen schafft und proaktiv die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gegen Beeinträchtigungen bei der Verfolgung ihrer Kernziele verbessert. Es bietet einem Unternehmen nach einem Störfall ein etabliertes Verfahren zur Wiederherstellung der Versorgung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen zu einem vereinbarten Niveau innerhalb einer vereinbarten Zeit, eine bewährte Möglichkeit zur Bewältigung von Störfällen und zum Schutz der Reputation des Unternehmens und deren Marken. Die Bafin fordert: "Unternehmen haben für Notfälle und Krisen Vorsorge (Notfallplanung) zu treffen, in denen die Kontinuität der wichtigsten Unternehmensprozesse und -systeme nicht mehr gewährleistet ist und die normalen Organisations-/Entscheidungsstrukturen nicht mehr ausreichen, um sie zu beherrschen. Ziel der Notfallplanung ist die Fortführung der Geschäftstätigkeit mit Hilfe von definierten Verfahren und der Schutz von Personen und Sachen sowie Vermögen im Sinne der Wertschöpfung."

Teilnahme erbeten

Für die diesjährige Umfrage werden noch Teilnehmer gesucht. Versicherer sind aufgefordert, an der Umfrage der Versicherungsforen Leipzig teilzunehmen. Zur Teilnahme aufgerufen sind BCM-Verantwortliche von deutschen Versicherungsunternehmen. Die Umfrage ist noch bis zum 24.04.2015 hier zu finden und nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Teilnehmer erhalten auf Wunsch eine Auswertung der Ergebnisse.