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11.03.2015

Altersvorsorge: Junge Leute zieht es ins eigene Haus

Wer hätte das gedacht: Die jungen Leute von heute sind sehr häuslich, zumindest was ihre Pläne fürs Alter angeht. Zwei Drittel der heute 18- bis 24jährigen sehen sich im Ruhestand in den eigenen vier Wänden und geruhsam im Garten werkeln. Das ist das Ergebnis einer Studie des Direktversicherers Hannoversche, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut YouGov unter knapp 1.050 Deutschen. Demnach wollen sich 42 % der Befragten im höheren Alter ganz Haus und Garten widmen, 43 % wollen dafür eine eigene Immobilie erwerben.

Vor allem die heute 18- bis 24jährigen freuen sich auf einen Ruhestand im Eigenheim, hat die Studie ergeben. Fast zwei Drittel von ihnen (64 %) sehen darin ein wichtiges Lebensziel, ein Drittel ein entscheidendes Mittel zur Altersvorsorge. Damit schlägt das Haus sogar den Wunsch nach uneingeschränktem Konsum in der Rente. Noch geringer schätzen Jugendliche soziales Engagement im Alter. Nur 19 % würden sich aus heutiger Sicht dafür interessieren.

Auch Normalhaushalte wollen bauen

Wer glaubt, nur Besserverdienende hegen Ambitionen in Richtung Häuslebau, der irrt. Im Gegenteil sind es laut Studie vor allem Haushalte mit Einkünften zwischen 1.000 und 2.000 EUR netto (40 %), die eine Immobilie anvisieren. Bei den Gutverdienern mit Einkünften zwischen 3.000 und 4.000 EUR netto sind es hingegen nur 30 %.

Und tatsächlich sprechen die derzeitigen Niedrigzinsen mit langen Bindungsfristen und entsprechend hoher Planungssicherheit dafür, dass auch Normalverdiener-Haushalte über den Schritt in die eigenen vier Wände nachdenken können. Allerdings bedarf es einer realistischen Betrachtung der Möglichkeiten. Stephan Helck, Leiter Baufinanzierung der Hannoverschen, rät zu der Faustformel, nach der die Kosten für die Baufinanzierung nie mehr als 50 % des Haushaltsnettoeinkommens ausmachen dürfen. Besser sind Werte um die 30 %.