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24.02.2015

Auskunftei des GDV: Fehler kurzfristig beheben

Seit April 2011 gibt es das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS). Es löste das bis dahin aktive und umstrittene System Uniwagnis bzw. Wagnisauskunft ab und ist seitdem transparenter und entspricht datenschutzrechtlichen Anforderungen.

HIS ist eine Warn- und Hinweisdatenbank der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammengeschlossenen Versicherungsunternehmen. Es wird von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH, einem Unternehmen der Wirtschaftsauskunftei Arvato Infoscore, betrieben. Laut GDV soll die Datenbank Versicherungsmissbrauch und -betrug verhindern und sei daher nicht nur im Interesse der Versicherer, sondern auch der Versichertengemeinschaft, der jährlich ein Schaden von rund vier Mrd. EUR aufgrund fehlerhafter, unwahrer, unvollständiger oder betrügerischer Angaben entstünde.

Vor Antrag Selbstauskunft einholen

Betroffene werden im Falle einer Meldung zu ihrer Person aktiv informiert und können zudem beim HIS eine Selbstauskunft anfordern, um zu erfahren, ob es einen Eintrag über sie gibt. Insider empfehlen, im Zweifel vor einem Versicherungsantrag eine solche Selbstauskunft einzuholen. Weitere Informationen und Anträge zur Selbstauskunft gibt es direkt bei informa. Hier heißt es u.a., dass eine Meldung im HIS keinen Automatismus auslöse und insbesondere nicht bedeute, dass der Betroffene keinen neuen Versicherungsvertrag mehr erhält oder künftige Versicherungsfälle abgelehnt werden. Ein HIS-Eintrag ist für den Versicherer lediglich ein Signal, bestimmte Vorgänge in der Bearbeitung näher zu betrachten. Zu einem Eintrag können folgende Auffälligkeit führen:

  • atypische Schadenhäufigkeiten,

  • besondere Schadenfolgen,

  • erschwerte Risiken,

  • Auffälligkeiten im Schaden-/Leistungsfall.

Einträge bleiben in der Regel vier Jahre bestehen. Die Frist verlängert sich auf maximal zehn Jahre, wenn neue Einträge dazu kommen. Die Einträge sind nach Versicherungssparten unterteilt, mit Ausnahme der Krankenversicherung, die nicht im HIS vorkommt. Betroffene können sich beim Versicherer oder direkt bei informa beschweren, falls sie den Eintrag für unberechtigt halten.

Vereinzelte Fehler sind nicht zu vermeiden

Aufgrund von einzelnen Datenpannen ist das HIS in der jüngsten Vergangenheit ins Gerede gekommen. Bei einem Fall aus dem Jahr 2014 war angeblich ein Eintrag nicht nach der vorgeschriebenen Zeit gelöscht worden, sodass einem Kunden aus diesem Grund der beantragte Versicherungsschutz verwehrt wurde. Dass es bei der Nutzung des Systems im Einzelfall zu Fehlern kommen könne, räumt der Vorsitzende der AG Versicherungswirtschaft (AG VersW) der Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder, Thilo Weichert, ein. Er sieht aber aufgrund der Transparenz und der Möglichkeit, das Verfahren kritisch zu hinterfragen, keine zwingende grundsätzliche Revisionsmöglichkeit beim HIS. Komme es zu Fehlern, müssten diese kurzfristig behoben werden. Die AG VersW hatte bei der Einführung von HIS mit dem GDV zusammengearbeitet.

Aufgrund der Datenpanne hat sich informa kürzlich einer freiwilligen Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen. Demnach ist die Prüfungsgesellschaft zu dem Ergebnis gekommen, dass das HIS die Anforderungen des Code of Conduct für die Datenverarbeitung in der Versicherungswirtschaft sowie die HIS-Anwendungshinweise des GDV umsetzt und die geltenden Speicher- und Löschfristen laut Bundesdatenschutzgesetz einhält.