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20.02.2015

Umknicken beim Tennisspiel - Ein Fall für die Unfallversicherung?

Das Umknicken mit dem Fuß beim Tennisspiel stellt keinen Unfall im Sinne des § 178 Abs. 2 VVG dar, wenn nicht bewiesen werden kann, dass ein Ausrutschen auf Blättern vorausgegangen ist. Dies geht aus einem Beschluss des Kammergerichts Berlin (KG Berlin, 30.05.2014 - 6 U 54/14) hervor.

Der Fall

Der Kläger hatte eine Unfallversicherung abgeschlossen. Beim Tennisspiel war er mit seinem Fuß umgeknickt und hatte sich eine dauerhafte Verletzung zugezogen. Er begehrte Leistungen aus der Unfallversicherung, die der Versicherer verweigerte. Vor Gericht ging es hauptsächlich um die Frage, ob der Unfallbegriff erfüllt war.

Die Entscheidung

Nach der einschlägigen Definition des Unfallbegriffs wäre es notwendig, dass der Kläger die Gesundheitsbeschädigung "durch ein plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis" erlitten hätte. Der Kläger hatte sich den Riss der Außenbänder und die Überdehnung der Innenbänder, die ursächlich für den behaupteten Dauerschaden waren, aber unstreitig nicht durch einen Sturz zugezogen, sondern während der Bewegung. Ein bedingungsgemäßer Unfall hätte nur vorgelegen, wenn das Umknicken des Fußes auf einem von außen kommenden Ereignis beruht hätte.

Allein die körperliche Fehlbewegung, die zum Umknicken des Fußes geführt hatte, reichte - obwohl in Bezug auf das Umknicken nicht willensgesteuert - für die Erfüllung des Unfallbegriffs nicht aus. Den Beweis, dass er mit dem Fuß umgeknickt war, weil er auf Blätter getreten war und dort keinen ausreichenden Halt gefunden hatte, konnte der Kläger nicht führen.