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18.02.2015

Eigentumswohnungen weiterhin heiß begehrt - Was bewirkt die Mietpreisbremse?

Im 1. Halbjahr 2015 soll sie kommen - die Mietpreisbremse. Welchen Einfluss auf Angebot und Nachfrage von Eigentumswohnungen (ETW) wird die neue Gesetzesregelung haben? Eine Frage, die nicht nur Immobilienmakler interessiert. Auch Immobilienfinanzierer beobachten die Entwicklungen. Bereits im Oktober 2014 wurde der Gesetzentwurf durch die Bundesregierung beschlossen. Ein Termin für die abschließende Beratung im Bundestag ist jedoch noch nicht in Sicht. Auch wenn der Zeitpunkt für das Inkrafttreten des Gesetzes noch nicht feststeht, darf über die Auswirkungen spekuliert werden.

Kurzer Exkurs "Mietpreisbremse"

Das Mietrechtsnovellierungsgesetz (MietNovG) regelt, dass Mieten bei einer Wiedervermietung in Zukunft in den von den Bundesländern ausgewiesenen Gebieten die ortsübliche Vergleichsmiete nur noch um höchstens 10 % übersteigen dürfen. Und: Nur derjenige muss künftig den Makler zahlen, der ihn auch beauftragt hat und in dessen Interesse der Makler tätig geworden ist. Ein Gesetz also, dass einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Interessen und das Handeln von Maklern, Vermietern, Mietern, Investoren und Finanzmaklern zu haben scheint.

Wie stark das neue Gesetz tatsächlich in der Breite wirken wird, bleibt abzuwarten. Zum einen ist die Mietpreisbremse für Gegenden mit einem "angespannten Wohnungsmarkt" vorgesehen. Diese Gebiete sollen wegen der erforderlichen Sachnähe die Bundesländer festlegen dürfen, die so auch flexibel auf Veränderungen auf dem Immobilienmarkt reagieren können. Zum anderen werden Neubauten sowie die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung von der Mietpreisbremse ausgenommen.

Perspektive ETW-Markt

Im aktuellen Umfeld steigen die Preise für Eigentumswohnungen weiter an, wenn auch nicht mehr so stark. Ein Ende steigender Preise ist nach Experten-Meinung auch nicht in Sicht, die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot. Genau an diesem Punkt könnte sich die Mietpreisbremse hinsichtlich der Knappheit der ETW als "Öl im Feuer" entpuppen.

Investoren (Vermietern) werden durch die Mietpreisbremse strikte Grenzen aufgezeigt, wenn es um Mieterhöhungen geht. In der Folge wäre es möglich, dass immer weniger Mietwohnungen angeboten und aus Mietern Eigentümer werden. Mittelfristig würde die Schere zwischen Angebot und Nachfrage noch größer. Eine Kehrtwende wird sich in den nächsten Monaten daher wohl nicht einstellen. Top-Lagen in z.B. Berlin, Hamburg und München "locken" weiterhin mit fünfstelligen Quadratmeterpreisen. Und auch im übrigen Bundesgebiet steigen die Preise - getrieben durch die Nachfrage - weiterhin. Zumindest auf mittelfristige Sicht dürfte der Markt für Immobilienfinanzierer und -makler daher weiterhin sehr interessant und lukrativ sein.