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18.02.2015

PKV: Herausforderung demografische Entwicklung

Die "Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung 2002 - 2013" des Branchendienstes map-report (www.map-report.com) ist erstmals nach dem Tod von map-report-Herausgeber Manfred Poweleit im VersicherungsJournal Verlag GmbH (www.versicherungsjournal.de) erschienen. Der map-report Nr. 869 weist auf ein Problem explizit hin, dass der Branche noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird: Die demografische Entwicklung.

Die PKV wird sich tendenziell auf eine weiter sinkende Versichertenanzahl einstellen müssen. Die Zahl der potenziell Versicherbaren nimmt ab, zumindest in der Krankenvollversicherung. Insgesamt war im vergangenen Jahr die Zahl der Vollversicherten in der PKV um 65.860 Personen zurückgegangen.

Der map-Report stellte zudem fest:

  • Zehn PKV-Anbieter mussten geringere Beitragseinnahmen als im Vorjahr hinnehmen: DKV, Signal, Central, Barmenia, Gothaer, Landeskrankenhilfe, Deutscher Ring, Inter, Münchener Verein, Mannheimer, Central.

  • Die Marktanteile verändern sich weiter dynamisch. Debeka legt zu, die Marktanteile von DKV, Allianz und Central nehmen ab. Bei der Central war der Rückgang mit 38.355 besonders markant.

  • Nur zwölf von 32 Gesellschaften - Debeka, Axa, Signal, HUK-Coburg, Continentale, Hanse-Merkur, LVM, R+V, Alte Oldenburger, Provinzial Hannover, Concordia und Mecklenburgische - konnten Ende 2013 höhere Bestände in der Vollversicherung vorweisen als im Vorjahr. Vor allem Debeka (28.085) und Axa (10.464) konnten die Bestände aufstocken.

  • Die Kapitalanlagen der Krankenversicherer sind innerhalb eines Jahres von 202,1 Mrd. EUR auf 217,6 Mrd. EUR gestiegen.

  • Die Kapitalerträge sind nicht in gleichem Tempo gewachsen. Bei Central, Allianz, Signal, Gothaer, Münchener Verein und Deutscher Ring sind die Erträge deutlich gesunken.

  • Die Nettorendite ist im Branchendurchschnitt von 4,21 % auf 4,03 % gesunken. Nur noch acht Gesellschaften erreichten Werte über 4 %.

  • Bei den Alterungsrückstellungen lagen 193,6 Mrd. EUR vor. Die fünf größten Versicherer allein kamen auf knapp 110 Mrd. EUR.

  • Das Umdeckungsgeschäft ist insgesamt rückläufig - Axa, Hanse-Merkur und Continentale erzielten per Saldo die höchsten Portabilitätsgewinne, während die Central mit 46,1 Mio. EUR die höchsten Wanderungsverluste hinnehmen musste.

Der Blick auf die zukünftige anzunehmende Marktentwicklung im map-Report fällt daher nachvollziehbar zwiespältig bis mehrdeutig aus: "Einerseits sind die Zeiten großer Finanzpolster in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorbei. Es wird wieder Zusatzbeiträge geben, die für viele Kunden der GKV im Jahr 2015 noch verschmerzbar sein dürften. Ab 2016 müssten die Arbeitnehmer bei eingefrorenem Arbeitgeberanteil die Kostensteigerungen aber allein zahlen, was die PKV wieder interessanter erscheinen lassen könnte. Andererseits drückt die demografische Entwicklung auch auf die Bestände der PKV. Wenn immer weniger Personen geboren werden, die als Kunden infrage kämen, sterben mittelfristig mehr Versicherte als Neukunden hinzukommen. Gute Aussichten sind das für eine auf Wachstum ausgerichtete Branche nicht."

Schon 2013 war für die PKV ein Jahr mit großen Herausforderungen. Zur Erinnerung: Umstellung auf Unisex-Tarife, Niedrigzinsen, Diskussionen über die Beitragsstabilität und Tarifwechselmöglichkeiten, Einführung des Notlagen-Tarifs, Mindestleistungen, Diskussion um die Bürgerversicherung, kritische Medienberichte.

Bereits 2014 wurden nach der Bundestagswahl in Sachen Mindestleistungen, Beitragskalkulation und Tarifwechselmöglichkeiten Aktivitäten eingeleitet. Auch beim Thema Bürgerversicherung ist vorläufig Ruhe eingekehrt.