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13.02.2015

Websites für Smartphones: Mehraufwand an Zeit und Budget

Bereits zum 18. Mal in Folge hat das auf die Marketing- und Vertriebsberatung von Versicherern spezialisierte Netzwerk AMC die Studie "Die Assekuranz im Internet" herausgegeben. Dabei zeigt sich noch viel Luft nach oben, was die Qualität der Websites von Versicherern betrifft, vor allem deren responsiver Ansatz.

Da die mobile Nutzung auf dem Vormarsch ist und nach Aussage der AMC-Studie "Die Assekuranz im Internet" bereits die Desktop-Nutzung überholt hat, widmete sich die 18. Auflage intensiv dem Thema "responsives Webdesign". Zwischen August und Oktober 2014 wurden insgesamt 119 Websites einer Analyse unterzogen, bei der über 90 Kriterien eine Rolle spielten. Ein Themenspecial befasste sich mit dem Thema, wie gut die Websites auf die besonderen Anforderungen von mobilen Endgeräten eingerichtet sind. Die Studie wurde wie schon in den Vorjahren gemeinsam mit der Digital-Agentur ".dotkomm rich media solutions GmbH" durchgeführt.

Hinweis: "Beim Responsive Webdesign (im Deutschen auch responsives Webdesign genannt oder kurz RWD) handelt es sich um ein gestalterisches und technisches Paradigma zur Erstellung von Websites, sodass diese auf Eigenschaften des jeweils benutzten Endgeräts, vor allem Smartphones und Tabletcomputer, reagieren können." (Wikipedia)

Hoher Konzeptionsaufwand

Der Vorteil liegt darin, dass der Pflegeaufwand geringer wird, da keine separaten mobilen Seiten oder auch Apps erstellt werden müssen. Allerdings hängt der Erfolg einer responsiven Website vom Aufwand und der Konsequenz in der Konzeptionsphase ab. Die Ergebnisse der aktuellen Studie sind zwar nicht niederschmetternd, zeigen aber großen Nachholbedarf. Denn nur 16 % der untersuchten Internetauftritte sind demnach responsiv. Dabei sei in dieser Zahl die ganze Spannbreite an Entwicklungsstadien enthalten - von der responsiven Anmutung über die Umsetzung einzelner, als wichtig erachteter Bereiche oder verschlankter responsiver Websites ausschließlich für Smartphones bis hin zu echten und komplett responsive aufgesetzten Seiten. Die meisten befinden sich noch auf dem Weg, so die Studie. Vor einem Jahr identifizierte die Studie nur fünf Versicherer, die bereits auf der Zielgeraden waren, also über Websites verfügen, die auf allen Endgeräten ein durchgängiges Informations- und Kommunikationserlebnis erlauben: AXA, BIG, D.A.S, ERGO, HUK24 sowie die LV1871. Wer in diesem Jahr hinzugekommen ist, war nicht zu erfahren. Dazu muss die Studie zum Preis von 1.150 EUR zzgl. 19 % Mehrwertsteuer erworben werden. Hier sind weitere Informationen zu finden.

Kein üblicher Relaunch möglich

AMC-Studienleiterin Désirée Schubert weiß um die Schwierigkeiten, die komplexen Sachverhalte von Versicherern abzubilden, die sich mit responsiven Websites potenzieren. "Das übliche Vorgehen bei einem Relaunch - Konzept, Design, Umsetzung - funktioniert nicht mehr. Alles in allem fällt für eine responsive Website ein deutlicher Mehraufwand an Zeit und Budget an", fasst sie zusammen.

Vorreiter sind neben AXA und ERGO auch die Allianz, bei kleineren Versicherern die Bayerische, NRV Rechtschutz und EuropaGo. Gerade die Kleineren können aufgrund ihrer Strukturen und Prozesse flexibler und schneller agieren als die Großen. Vor allem die Axa-Website wird von der Studie als "richtungsweisend" für die Branche gelobt. Vor allem, dass man sich neben der technischen Abbildung viele Gedanken gemacht habe, welche Services zu welchen Endgeräten passen. Auch dass die Navigation einfach sei, falle positiv auf, so AMC-Geschäftsführer Stefan Raake.

Nicht alle Prozesse können mobil abgebildet werden

Die größten Herausforderungen für Versicherer stellt die Abbildung von Beratung- und Abschlussprozessen dar. Bei komplexen Tarifierungen beispielsweise stoßen mobile Websites an ihre Grenzen. Nicht jeder Prozess sei geeignet. Daher kann es sinnvoller sein, ab einem bestimmten Zeitpunkt an einen anderen Kanal oder Touchpoint überzuleiten, der dem Kunden mehr Komfort bietet.