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07.01.2015

Rückrufkostendeckungen gefragter denn je

Die Zahl der Rückrufe ist in den letzten zehn Jahren um 320 % von 671 Meldungen im Jahr 2005 auf 2.137 Meldungen im Jahr 2013 angestiegen, wie es das Schnellwarnsystem der Europäischen Union Rapex dokumentiert hat. Der Anteil an gemeldeten Rückrufen deutscher Unternehmen liegt bei 11 %.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht bekannt gewordene Rückrufe, Produktwarnungen und sonstige Informationen zu gefährlichen Einzelprodukten, die in Deutschland durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) geregelt sind. Die Aufzählung erfolgt in chronologischer Reihenfolge. Informationen zu anderen Produktgruppen, z.B. Kraftfahrzeugen oder Lebensmitteln, findet man auf den Seiten der jeweils zuständigen Behörde.

"Täglich kommt es zu Rückrufaktionen, Produktwarnungen und Sicherheitshinweisen für gefährliche Produkte. Dabei weichen Kommunikationswege und -inhalte so stark voneinander ab, dass betroffene Verbraucher erfahrungsgemäß nur zu rund 8 - 13 % erreicht werden."

Ein wirkungsvoller Schutz vor Gefahren, die Reduktion von Folge-/Imageschäden sowie ein zügiger Abschluss sicherheitsrelevanter "Korrekturmaßnahmen" lassen sich ausschließlich durch eine schnelle, umfassende sowie ausreichend lange präsente Verbraucherinformation erreichen. Für den "Fall der Fälle" kann mit einer Veröffentlichung an zentralen Stellen sowohl größtmögliche Produktverantwortung gezeigt als auch dem Informationsbedürfnis gefährdeter Verbraucher am ehrlichsten entsprochen werden. So nachzulesen auf einer der Informationsseiten zum Thema Rückruf, dem Portal www.produktrueckrufe.de.

Eine Versicherung kann typischerweise nur Schadenersatzforderungen Dritter und hierbei ausschließlich finanzielle Folgen "abfedern", die ein Unternehmen nachhaltig finanziell belasten oder in den Konkurs führen würden. Ein "Imageschaden" kann nicht oder kaum oder nur gegen hohe Prämie hinsichtlich in diesem Kontext entstehender Kosten versichert werden.

Bei jedem Versicherungsfall entsteht im Unternehmen darüber hinaus ein Schaden, der selbst zu tragen ist. Aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich über den Versicherungsschutz hinaus eigene Vorsorgemaßnahmen im Unternehmen zu treffen. Schadenprophylaxe sollte folglich erste Priorität besitzen.

Jedes Unternehmen, das Produkte herstellt, importiert oder handelt, sollte zudem einen unternehmensspezifischen "Notfallplan" entwickeln und vorhalten - in der Hoffnung, dass es nicht zu einer solchen Maßnahme kommen wird.

Wesentliche Versicherungsdeckungen für das Produkthaftpflichtrisiko und einen möglichen Produktrückruf sind im Anschluss daran zur Absicherung der finanziellen Folgen möglich:

  • Produkthaftpflichtversicherung mit Aus- und Einbaukostendeckung bei fehlerhaften Teilen, einschließlich einer Rückrufkostendeckung,

  • Rückrufkostenhaftpflichtversicherung,

  • Produktschutzversicherung.

Darüber hinaus kann, je nach Bedarf, die Risikoabsicherung von Unternehmen u.a. um folgende Deckungen ergänzt werden:

  • K&R (Entführung & Erpressung),

  • Ertragsausfallschaden (BU-Versicherung),

  • D&O (Vermögensschadendeckung mit Strafrechtsschutz).

Neben den vorgenannten Versicherungsdeckungen bietet der Markt spezielle Produkte für weitergehende Absicherung von Unternehmensrisiken an.