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02.01.2015

Brandschaden durch Fehlbedienung eines Saunaschalters

Kaum ist das Weihnachtsfest vorbei, wird der Weihnachtsschmuck wieder verstaut. Dass man dabei besonders darauf achten muss, wo und wie dies geschieht, zeigt ein Urteil des Landgerichts München II (LG München II, 08.05.2014 - 10 O 4590/13).

Der Fall

Die Klägerin hatte eine Kiste mit Weihnachtsdekoration in die im Keller ihres Hauses befindliche Sauna abgestellt. Dabei betätigte sie den Saunaschalter, um das Licht einzuschalten. Versehentlich setzte sie bei der Bedienung des Schalters jedoch den Saunaofen in Betrieb. In der Folgezeit entzündete sich die Kiste durch die Hitzentwicklung des Saunaofens und es entwickelte sich ein Brand, der auf das Gebäude übergriff. Der Feuerversicherer kürzte die Versicherungsleistung unter Hinweis auf § 81 Abs. 2 VVG um 30 % wegen grober Fahrlässigkeit.

Die Entscheidung

Das LG München II bestätigte die Auffassung des Versicherers, wonach die Klägerin grob fahrlässig gehandelt hatte, als sie den Saunaschalter bediente, ohne sich vorher über dessen Funktionsweise zu informieren. Aus Sicht des Gerichts war es in objektiver und auch subjektiver Hinsicht eine gravierende Pflichtverletzung, der eindeutigen Beschriftung auf dem Bedienpaneel der Sauna offenbar keine Bedeutung beizumessen, als die Klägerin brennbares Material neben dem Saunaofen ablagerte. Sie hätte sich mit der Sauna und deren Funktionen vielmehr vertraut machen müssen. Die Richter erblickten auch keinen Ansatz für ein sogenanntes Augenblicksversagen. Denn die Klägerin hatte nicht etwa im Rahmen eines routinemäßigen Ablaufs schlicht einen Handgriff vergessen.