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01.01.2015

Das ändert sich 2015

2015 wird es einige zum Teil erhebliche Änderungen im Bereich Sozial-und Privatversicherungen sowie daran angrenzende Bereiche geben. Hier einige davon im Überblick.

Lebensversicherung:

Seit Januar 2015 sinkt der Garantiezins in der Lebensversicherung von 1,75 auf 1,25 % ab. Mit diesem Zinsen können privat Lebens- und Rentenversicherte mindestens für den Sparanteil ihrer Policen rechnen. Damit sinkt der Garantiezins - Versicherer sprechen vom Höchstrechnungszins - seit dem Jahr 2000 bereits zum fünften Mal. Bis Juni 2000 gab es 4 %. Zudem sieht das Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) vor, dass in 2015 die Mindestbeteiligung der Kunden an den sogenannten Risikoüberschüssen von derzeit 75 % auf 90 % steigt. Dies gilt sowohl für Bestands- als auch Neukunden.

Rürup-Rente (Basis-Rente):

Wer eine Rürup-Rente bespart, kann ab dem nächsten Jahr 80 % der Altersvorsorgeaufwendungen (inkl. Beiträge zur gesetzlichen Rente) steuerlich geltend machen. Allerdings nur in Bezug auf den Höchstbetrag von 20.000 EUR für Alleinstehende und 40.000 EUR für Paare. Dieser Höchstbetrag wird in jährlichen Schritten von 2 % bis 2025 erreicht.

Gesetzliche Rente:

Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Beiträge in die Rente gezahlt werden, steigt ab Januar 2015 auf 72.600 EUR (West) bzw. 62.400 EUR (Ost) Jahresbruttolohn. Da in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) stets Beiträge bis zu 4 % der West-Beitragsbemessungsgrenze steuerlich gefördert werden, ergeben sich hier Vorteile für Arbeitnehmer, die dadurch einen höheren Betrag (2.904 EUR statt bisher 2.856 EUR) ohne Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen können. Zudem sinkt in der gesetzlichen Rente der Rentenbeitrag von derzeit 18,9 % auf dann 18,7 %.

Krankenversicherung:

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze 2015, und zwar von 48.000 EUR auf dann 49.500 EUR Jahresbruttolohn. Die Versicherungspflichtgrenze, ab der Arbeitnehmer von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln können, steigt ebenfalls: Künftig müssen Arbeitnehmer mehr als 54.900 EUR Jahreseinkommen erzielen, bevor sie eine Wahlmöglichkeit zwischen dem gesetzlichen und dem privaten System haben. Analog zur gesetzlichen Rente sinkt auch in der gesetzlichen Krankenversicherung der Beitrag, und zwar von 15,5 % auf 14,6 %, wovon Arbeitnehmer- und Arbeitgeber je die Hälfte bezahlen (7,3 %). Der Sonderbeitrag von 0,9 %, den Arbeitnehmer bisher allein zahlen mussten, entfällt. Dafür haben die Kassen die Möglichkeit, einkommensabhängige Zusatzbeiträge zu erheben, falls die wirtschaftliche Situation der Kasse dies erfordert.

Pflegeversicherung:

Das Pflegestärkungsgesetz tritt Anfang 2015 in Teilen in Kraft. Damit gehen höhere Leistungen für Pflegebedürftige, die um 4 % steigen, einher. In die ambulante Pflege fließen 1,4 Mrd. EUR zusätzlich, in die stationäre rund 1 Mrd. EUR. Heime und Pflegedienste sollen mehr Personal einstellen. Zur Finanzierung werden die Beiträge in der Pflegeversicherung um 0,3 % erhöht auf 2,35 % (2,6 % für Kinderlose) vom Bruttolohn. Zusätzlich wird ein Pflegevorsorgefonds als staatliche Rücklage eingeführt, der vor allem die Pflege der geburtenstarken Jahrgänge 1957 bis 1967 finanziell sichern soll, denen eine abnehmende Zahl von Einzahlern gegenüber steht. Um damit verbundene Beitragssteigerungen abzufedern, soll über einen Zeitraum von 20 Jahren ein Anteil von 0,1 Prozentpunkten der Pflegeversicherungsbeiträge pro Jahr angelegt werden. Aktuell wären dies 1,2 Mrd. EUR pro Jahr.

Steuern:

Kirchensteuer wird ab 2015 von den Kreditinstituten direkt eingezogen. Dazu müssen alle Steuerzahler - auch konfessionslose - ihrer Bank die Steuer-ID mitteilen, damit diese beim Bundeszentralamt für Steuern die Kirchensteuermerkmale ihrer Kunden abfragen können.

Mindestlohn:

Zum 01.01.2015 wird branchenunabhängig ein Mindestlohn von 8,50 EUR brutto pro Zeitstunde eingeführt. Grundlage ist das Tarifautonomiestärkungsgesetz vom 11.08.2014, besser bekannt als Mindestlohngesetz.

Minijob:

Die bisher geltende Übergangsregelung, dass Minijobber in bestehenden Arbeitsverhältnissen und mit Verdiensten zwischen 400 EUR und 450 EUR Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten hatten, entfällt ab 2015.

Elterngeld Plus:

Arbeiten Mutter oder Vater nach der Geburt eines Kindes Teilzeit, können sie das Elterngeld künftig für ihr Kind länger erhalten. Eltern können zwar schon jetzt Teilzeitarbeit und Elterngeld kombinieren, sie verlieren dann jedoch einen Teil ihres Elterngeldanspruchs. Ihr Lohn mindert die ausgezahlten Beträge, ohne dass es bisher dafür zum Ausgleich einen längeren Bezug des Elterngeldes gibt. Das ändert sich mit dem Elterngeld Plus.

Maklergebühren:

Bei der Bezahlung von Immobilienmaklern gilt im Mietbereich künftig das sogenannte Besteller-Prinzip: Wer dem Makler bei der Vermittlung von Mietwohnungen den Auftrag erteilt, muss auch dessen Courtage bezahlen.

Kfz-Versicherung:

In der Kfz-Haftpflicht ändert sich laut GDV im Jahr 2015 für rund ein Viertel der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge die Typklasse: 14 % werden hochgestuft, 12 % heruntergestuft. Halter eines hochgestuften Wagens zahlen in der Regel mehr. Die Einordnung in eine niedrigere Typklasse bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass der Versicherungsbeitrag sinkt. In der Kfz-Vollkaskoversicherung bleibt den GDV-Angaben zufolge für rund die Hälfte aller angemeldeten Fahrzeuge alles beim Alten. Jeder zehnte Wagen wird in eine höhere Typklasse eingestuft, für 36 % geht es eine oder mehr Stufen herunter. In der Teilkasko sieht es ähnlich aus: 35 % der Fahrzeuge erhalten niedrigere Typklassen und 12 % höhere.

eCall:

Aufgrund einer neuen EU-Verordnung müssen ab Oktober 2015 alle Neuwagen mit dem automatischen Notrufsystem "eCall" ausgestattet sein. Die Crash-Sensoren des Systems erkennen einen Unfall und setzen automatisch einen Notruf an die nächstgelegene Notrufzentrale ab.