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31.12.2014

Vollkaskoschaden durch aufgesprungene Motorhaube

In der Vollkaskoversicherung sind Unfälle des Fahrzeuges versichert. Als Unfall gilt ein unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis. Ob Folgeschäden eines ersten Unfallereignisses ebenfalls Vollkaskoschäden sind, richtet sich danach, ob noch eine andere wesentliche Ursache dazwischen getreten ist, entschied das Oberlandesgericht Koblenz (OLG Koblenz, 26.07.2013 - 10 U 1452/12).

Der Fall

Der Kläger war bei Glatteis mit seinem Pkw gegen eine Betonmauer gefahren. Dadurch hatte sich auch die Motorhaube verformt. Zwei Tage später ereignete sich ein weiterer Schaden an dem Pkw, als die Motorhaube bei einem Windstoß aufsprang und gegen das Fahrzeugdach schlug.

Die Entscheidung

Nach Auffassung des OLG Koblenz handelte es sich auch bei dem durch die aufgesprungene Motorhaube verursachten Schaden um einen Vollkaskoschaden. Denn auch mittelbare Folgen einer unmittelbaren Einwirkung auf das Fahrzeug sind gedeckt, falls sie adäquat kausal sind. Die Tatsache, dass die Motorhaube hier nicht unmittelbar nach dem ersten Unfall auf der Fahrt zur Reparaturwerkstatt, sondern erst zwei Tage nach dem Unfallereignis hochgeschlagen war, führte ebenso wenig zu einer Unterbrechung des Kausalzusammenhangs wie die Tatsache, dass das Fahrzeug in der Zwischenzeit von einem Sachverständigen untersucht worden war.

Schließlich war die Motorhaube hier auch nicht aufgrund eines Bedienungsfehlers hochgeschlagen, sondern aufgrund der vorhandenen Vorschädigung und des zum Schadenzeitpunkt herrschenden Windes.