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13.03.2014

Fahrradversicherung: Trend zum Vollkasko

Fahrräder werden immer wertvoller und sind durch eine Diebstahl-Versicherung unter Umständen nicht umfänglich geschützt. Deshalb wünschen immer mehr Kunden einen Rundumschutz für ihr Zweirad. Die Angebote sind noch übersichtlich.

Es ist ganz schnell passiert: Einen Moment nicht aufgepasst oder eine Situation falsch eingeschätzt - und schon kann man als Fahrradfahrer in einen folgenschweren Unfall verwickelt sein. Zwar sollte sich jeder Radler mit einem Helm schützen - gesetzlich vorgeschrieben ist dies indes nicht. Gerichte urteilen denn auch oft milde mit Bikern ohne Helm, wie in dem Fall, den das Celler Oberlandesgericht kürzlich zu entscheiden hatte (OLG Celle, 12.02.2014 - 14 U 113/13). Hier war der Fahrer eines Rennrades mit der vor ihm fahrenden Radlerin kollidiert und schwer gestürzt, weil diese plötzlich und ohne Handzeichen abgebogen war. Obwohl schuldig, wollte sie nicht das volle Schmerzensgeld zahlen, weil der Rennfahrer ohne Helm unterwegs war. Das allerdings lehnte das OLG ab, da der Fahrer weder zu schnell noch sehr riskant gefahren sei.

Hausratversicherung zahlt nur bei Diebstahl

Ob mit oder ohne Helm: Die Schäden am Rennrad wird in diesem Fall ebenfalls die Verursacherin des Unfalles zu tragen haben. Was aber passiert, wenn es keinen Unfallgegner gibt oder der Fahrer gar selbst am Unfall schuld ist? Dann bleibt man regelmäßig auf den Kosten für das eigene Fahrrad sitzen. Die Fahrraddiebstahl-Versicherung im Rahmen von Hausratversicherungen bzw. auch separate Diebstahlversicherungen für hochwertige Räder greifen in diesem Fall nicht. Und auch dann, wenn das Bike beim Transport beschädigt wird, feste Bestandteile oder Zubehör wie Anhänger oder Gepäcktaschen gestohlen werden, kommt man mit diesen Policen nicht weit.

Teilediebstahl und Unfall nicht mitversichert

Daher können spezielle Fahrradversicherungen vor allem für höherwertige Fahrräder sinnvoll sein. Im Jahr 2012 lag der Anschaffungswert pro Fahrrad bei 513 EUR - Tendenz steigend. Zwar lässt sich dieser Anstieg zum Teil auf die rund 380.000 E-Bikes und Pedelecs zurückführen, die im genannten Jahr verkauft wurden und im Preis zwischen 1.500 und 2.000 EUR liegen. Doch auch unter den restlichen gut 3,5 Mio. Fahrrädern, die pro Jahr verkauft werden, steigt der Anteil von hochwertigen Erzeugnissen permanent an. Daher liegt der Gedanke nahe, vor allem Fahrräder über 500 EUR Anschaffungswert durch eine Vollkasko-Versicherung zu schützen. Zumal, was Diebstahl betrifft, laut Polizeiangaben vor allem der Teilediebstahl ständig zunimmt. Der aber ist bei einfachen Fahrradversicherungen regelmäßig nicht mitversichert.

Neues Angebot der Ammerländer Versicherung

Neben der Ammerländer Versicherung, die Anfang dieses Jahres mit einer neuen Vollkasko für Fahrräder auf den Markt gekommen ist, gibt es an nennenswerten Angeboten nur noch das der Versicherungsmakler Pergande & Pöthe sowie das der Wertgarantie AG. Bei letzterer kann der Kunde neben einer klassischen Fahrraddiebstahl-Versicherung den Reparaturkostenschutz wählen, der das Fahrrad gegen Unfallschäden oder Sturzschäden schützt. Bei einer E-Bike-Versicherung sind Akku- und Motorschäden ebenfalls abgesichert. Die beiden anderen Anbieter versichern Fahrräder ab 500 EUR (Pergande & Pöthe hat auch einen Tarif für Fahrräder bis 500 EUR), wobei Ammerländer den Neuwert zahlt (auch bei Teilen), Pergande & Pöthe nur den Zeitwert, der sich jedes Jahr um 5 % reduziert.