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24.02.2014

Haftung des Veranstalters einer Treibjagd

Ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg (OLG Oldenburg, 05.12.2013 - 14 U 80/13) illustriert die hohen Anforderungen an die Verkehrssicherungspflicht des Jagdpächters, der eine Treibjagd veranstaltet. Zugleich unterstreicht die Entscheidung die Bedeutung einer Haftpflichtversicherung.

Die beklagten Jagdpächter hatten in ihrem Jagdrevier eine Treibjagd mit mehreren Jägern und Jagdhunden in unmittelbarer Nähe des landwirtschaftlichen Anwesens des Klägers veranstaltet. Der Jagdhund eines Jagdgastes lief dabei auf die Rinderweide des Klägers und versetzte drei dort grasende Kühe in Panik. Die Tiere durchbrachen den Zaun und mussten vom Kläger wieder eingefangen werden. Dabei stürzte dieser und zog sich erhebliche Verletzungen zu.

Verkehrssicherungspflicht von Jagdpächtern

Das OLG Oldenburg stellte fest, dass die Jagdpächter ihre Verkehrssicherungspflicht schuldhaft verletzt hatten. Als Veranstalter und Organisator einer gemeinschaftlichen Jagd seien sie dafür verantwortlich, dass Dritte nicht durch jagdtypische Gefahren zu Schaden kommen. Sie müssten sich deshalb vor Beginn der Treibjagd darüber vergewissern, ob sich in dem konkret zu durchjagenden Bereichen Nutztiere befänden, welche durch Schüsse oder durchstöbernde Hunde gefährdet werden könnten. Unterließen sie dies, hafteten sie auch für Schäden, die durch das Einfangen flüchtender Nutztiere entstünden.

Zwar enthalte die einschlägige Unfallverhütungsvorschrift Jagd (UVV Jagd) keine allgemeinen Pflichten zur vorherigen Information der Landwirte, welche im Jagdrevier in eingezäunten Weiden Nutztiere halten. Die UVV Jagd beinhalte aber keine abschließenden Verhaltensanforderungen. Dies gelte auch für die Frage, ob und in welchem Abstand mit nicht angeleinten Jagdhunden an einer Rinderweide vorbei eine Treibjagd durchgeführt werden dürfe. Die Landwirte seien jedenfalls rechtzeitig zuvor von der beabsichtigten Treibjagd zu unterrichten, um ihnen die Möglichkeit zum vorübergehenden Einstallen der Tiere zu geben. Andernfalls müsse im ausreichenden Abstand mit angeleinten Jagdhunden der Gefahrenbereich weiträumig umlaufen werden, um ein Durchstöbern der Weide durch die Jagdhunde und damit die Gefahr einer panikartigen Reaktion der Tiere zu verhindern.