Aktuelles

07.03.2013

Holland-Immobilienfonds

Geschlossene Immobilienfonds mit Holland-Immobilien gehörten in den letzten 20 Jahren zu den bei deutschen Anlegern beliebtesten Anlagen, weil sie fast durchgehend zuverlässig gute Renditen einbrachten. Nun ist dank Finanz- und Eurokrise der holländische Gewerbeimmobilienmarkt in Probleme geraten.

Aktueller Stand

Das Hauptproblem sind die hohen Leerstandsraten bei Büroimmobilien von bis zu 15 % (Amsterdam). Der sog. Rückbau, oft gleichzusetzen mit Abriss, findet bei holländischen Gewerbeimmobilien immer häufiger statt. In der Zeitschrift "Fonds & Co." (1/13) wird ein holländischer Immobilienfachmann mit einer Aussage zitiert, wonach Büros, die 20 bis 30 Jahre alt sind, als nicht mehr marktgängig bezeichnet werden müssten, so dass nur noch der "Rückbau" bleibe.

Allerdings gilt für Holland wie für jeden anderen Immobilienmarkt, dass Durchschnittswerte eine relativ geringe Aussagekraft haben. So entwickeln sich Innenstadtlagen deutlich besser als die Peripherie und immer wieder gibt es sogar Chancen für aussichtsreiche neue Investments.

Perspektive

Der Nimbus des holländischen Immobilienmarktes als dauerhaft krisenresistent dürfte bei deutschen Anlegern jedenfalls gelitten haben und angesichts weiterhin schlechter Nachrichten weiter leiden. Viele Fondsgesellschaften haben sich aus diesem Markt inzwischen verabschiedet. In der Tat haben die Gesellschaften mit der Verwaltung der bestehenden Fonds ausreichend zu tun, denn immer wieder ist von vorzeitiger Auflösung von Mietverträgen die Rede. Verkäufe von leerstehenden Immobilien verursachen für den jeweiligen Fonds, also die Anleger, häufig massive Vermögensverluste.

Für betroffene Berater und Anleger gilt, sich ein möglichst realistisches Bild von der aktuellen Situation des jeweiligen Fonds zu verschaffen, um gegebenenfalls auf solider Grundlage entscheiden zu können.