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Elke Pohl, freiberufliche Journalistin aus Berlin

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Versicherungen für Profis und andere Sportler

Da die diesjährige Fußball-Europameisterschaft unmittelbar bevorsteht – Start ist der 10. Juni –, stellt sich natürlich mancher die Frage, wie millionenschwere Fußballprofis abgesichert werden.

Wer hier Sorge hat, sei beruhigt: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seine Profis gut unfallversichert. Dabei handelt es sich um eine Police in Millionenhöhe, die immer dann zahlt, wenn sich deutsche Nationalspieler bei Länderspielen oder während des Trainings mit der Nationalmannschaft verletzen. Der Hintergrund: Die Klubs sind verpflichtet, für Länderspiele ihre Nationalspieler abzustellen. Verletzen sich diese dabei so schwer, dass sie nicht mehr einsatzfähig sind, können sie auch für ihre Vereine kein Spiel mehr bestreiten. Die europäischen Vereine aber sind vertraglich verpflichtet, das meist exorbitant hohe Gehalt der Nationalspieler weiterzuzahlen. Reiche Clubs wie Real Madrid mit entsprechenden Etats können solche Ausfälle unter Umständen gut verkraften. Aber die deutschen Klubs sind in der Regel auf solche Zahlungen angewiesen. Denn Fußballprofis können in der Bundesliga bis zu 100.000 EUR im Monat verdienen, Nationalspieler noch deutlich mehr. Auch die FIFA zahlt pro Krankheitstag bei einer „vorübergehenden vollständigen Sportinvalidität“ eine Entschädigung bis maximal rund 20.500 Dollar – allerdings erst nach vier Verletzungswochen. Auf 7,5 Mio. EUR ist diese Leistung an den entsendenden Verein pro Unfall und Spieler gedeckelt.

Bis 2012 standen Nationalspieler in solchen Fällen meist mit leeren Händen da. Der DFB zahlt dagegen ab dem ersten Verletzungstag und gleich somit die Lücke bis zu den FIFA-Leistungen aus.

Invaliditätsversicherungen für Profis

Verletzt sich ein Fußballer im Punktspiel oder während des Trainings, leistet wie in anderen Berufen auch die gesetzliche Unfallversicherung. Für Fußballprofis ist bei Arbeitsunfällen die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in Hamburg (VBG) zuständig. Im Fall einer Verletzungspause können die Kicker mit einem Verletztengeld von maximal 213 EUR pro Tag rechnen. Diese Summe ergibt sich aus dem Höchstverdienst von 96.000 EUR im Jahr, den die VBG bei normalen Arbeitnehmern zugrunde legt. Das ist natürlich weit von den sonstigen Bezügen eines Fußballprofis entfernt und längst nicht ausreichend.

Kann ein Fußballprofi wegen einer Verletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben, ist er mit einer Sportinvaliditätsversicherung geschützt. Vier von Fünf Bundesligaspielern habe nach Angaben des DFB diesen Schutz. Anders als bei „normalen“ Bürgern tritt die Berufsunfähigkeit bei Fußballern regelmäßig in jungen Jahren ein, sodass die Verträge bei steigenden Preisen jährlich neu abgeschlossen werden.

Welche Policen rund um die Bundesliga erforderlich sind, kann folgender Grafik entnommen oder unter http://www.gdv.de/2014/08/ohne-versicherungen-ist-die-bundesliga-ein-unkalkulierbares-abenteuer/%20 nachgelesen werden:

Quelle: www.gdv.de

Keine Anti-Terror-Versicherung für die EM

Für die Europäische Fußball-Union (UEFA) stellt die latente Terrorgefahr für die EM-Endrunde in Frankreich aufgrund fehlender Ausfallversicherungen ein erhebliches finanzielles Risiko dar. Das bestätigte der schweizerische UEFA-Organisationschef Martin Kallen im Wirtschaftsmagazin Capital. „Bei früheren EM-Turnieren hat die UEFA keine Versicherungen für Terrorfälle abgeschlossen. Und nach den Attentaten von Paris im vergangenen November sind die Prämien unbezahlbar gewesen“, zitiert das Magazin den Funktionär. Zur Höhe der drohenden Verluste durch Verlegungen oder Ausfälle von Spielen oder gar den Abbruch des EM-Turniers wegen neuer Anschläge oder anderer Sicherheitsgründe machte Kallen keine Angaben.

Unfallversicherung für Hobbysportler

Doch auch wer privat oder im Verein Sport treibt, ist der Verletzungsgefahr ausgesetzt. Allen positiven Effekten regelmäßiger sportlicher Betätigung stehen rund 1,5 Mio. Sportunfälle jährlich entgegen, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilt. Die Masse dieser Unfälle ereignet sich allerdings nicht bei vermeintlichen Extremsportarten wie Fallschirmspringen oder Bungee-Jumping, sondern beim Fußball. Allein die Hälfte der Unfälle ist bei der Jagd nach dem Runden zu beklagen, das ins Eckige muss. Einfach deswegen, weil Fußball der beliebteste Freizeitsport der Deutschen ist.

Neben einer privaten Haftpflichtversicherung brauchen Hobbysportler eine gute Unfallversicherung. Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von denen für „normale“ Kunden, wie Spezialmakler Marcus Korsten von der Firma „DK Sportler beraten Sportler GmbH“ betont. Die allermeisten Sportarten sind automatisch mitversichert. Im Zweifel sollten Extremsportarten bzw. solche mit besonderem Unfallpotential explizit eingeschlossen bzw. spezielle Bausteine vereinbart werden.

Beispiel Skiunfälle: Nach Zahlen der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) verletzen sich in jeder Wintersportsaison rund 40.000 Deutsche. Bei knapp 7.000 von ihnen sind die Verletzungen so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Auch die Versicherer machen ähnliche Erfahrungen: Obwohl der Sport wetterbedingt nur wenige Wochen im Jahr stattfinden kann, passiert nach Angaben des GDV jeder fünfte versicherte Sportunfall beim Ski- oder Snowboardfahren.

Achtung: Motorsportler, die an damit verbundenen Rennen teilnehmen, sowie Sportflieger benötigen eine Spezialversicherung.

Verein bietet Grunddeckung

Wer im Verein Sport treibt, hat über diesen grundsätzlich einen Basis-Versicherungsschutz. Diese Versicherung läuft über den Landessportbund, der eine Gruppenversicherung für alle angeschlossenen Vereine abgeschlossen hat. Drei Versicherer sind in diesem Segment tätig: Arag, Feuersozietät und Aachen Münchener. Arag ist der Marktführer. Der Versicherungsschutz besteht im In- und Ausland, sofern in den einzelnen Versicherungssparten keine abweichenden Regelungen vereinbart sind. Sowohl alle aktiven und passiven Mitglieder der Vereine, die Funktionäre, Übungsleiter, Turn- bzw. Sportlehrer und Trainer, Schieds-, Kampf- und Zielrichter, die Angestellten und Arbeiter, Mitarbeiter sowie Lizenzspieler und offizielle Helfer bei Veranstaltungen sind darüber abgesichert. Die Arag-Verträge umfassen immer Haftpflicht-, Unfall-, Rechtsschutz- und Vertrauenschadenversicherung. Möglich sind daneben Krankenversicherung, D&O und erweiterte Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Eigenschadendeckung.

Über diesen Grundschutz hinaus können Vereine etwa Schnuppertrainings oder Lauftreffs, Vereinsreisen oder Beschädigungen an privaten Pkw absichern, wenn sie im Auftrag des Vereins genutzt werden. Gerade im Unfallbereich stellt die Gruppenversicherung allerdings nur eine Grundsicherung dar. So gibt es bei einem Invaliditätsgrad von 45 % – zum Beispiel bei Verlust eines Fußes – häufig gerade einmal 7.500 EUR. Wer sich ernsthaft gegen Invalidität oder Berufsunfähigkeit versichern will, die aus einem solchen Unfall resultieren können, muss daher zwingend zusätzlich privat vorsorgen.