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Aktuelles

18.03.2016

Bundesbank veröffentlicht Daten über geschlossene Fonds

Die Bundesbank erweitert ihr Datenangebot über die inländische Investmentbranche. Neben den langjährigen Publikationen zu offenen Investmentfonds werden ab sofort auch Angaben über den geschlossenen Fondssektor in Deutschland auf monatlicher Basis veröffentlicht.

Hintergrund

In einer Presseerklärung der Bundesbank vom 07.03.2016 wurden Inhalt und Umfang der Veröffentlichung wie folgt erläutert: "Im Januar 2016 wurden über 3.500 geschlossene inländische Investmentfonds in die statistische Erhebung einbezogen. Das Investmentvermögen dieser Fonds belief sich auf knapp 83 Mrd. EUR. Im Vergleich hierzu betrug die Summe der Vermögensgegenstände der rund 6.000 erfassten offenen Investmentfonds Anfang 2016 mehr als 1.800 Mrd. EUR."

Erste Ergebnisse

Geschlossene Fonds erwarben vorrangig Immobilien. Auf diese entfielen im Januar 2016 rund 27 Mrd. EUR beziehungsweise 33 % der Summe aller Aktiva; darüber hinaus waren fast 10 Mrd. EUR beziehungsweise 12 % der Aktiva in Beteiligungen und Darlehn an Immobilien-Gesellschaften investiert. Die Beteiligungen an sonstigen Gesellschaften beliefen sich auf gut 14 Mrd. EUR oder 17 % der Summe der Vermögensgegenstände der geschlossenen Fonds. Auf Schiffe und Flugzeuge entfielen weitere 11 Mrd. EUR oder 13 % der Aktiva.

Es handelt sich zunächst um eine Darstellung des Bestandes. Die Entwicklung des Neugeschäftes wird nachrichtlich am Ende der Zusammenstellung und nicht differenziert nach der Art der Neuanlagen aufgeführt. Die Zahlen sind auch nicht differenziert nach Publikumsfonds und institutionellen Fonds - was zu bedauern ist, weil diese Differenzierung in den letzten Monaten und Jahren für die Beurteilung der Branchenentwicklung besonders wichtig geworden ist. Das ist schade, weil man aus einer Bemerkung in der Pressemitteilung der Bundesbank, wonach die Bestände vorwiegend von Privatinvestoren gehalten würden, schließen kann, dass diese Differenzierung hausintern tatsächlich durchgeführt wird. Die Geschäftsentwicklung lässt sich dennoch aus der Tabelle ganz gut ablesen, weil die Entwicklung über fünf Monate hinweg dargestellt wird.

Fazit

Die aktuelle Tristesse des Geschäftes mit geschlossenen Fonds wird in der Veröffentlichung sehr deutlich, weil sich praktisch alle Vermögenswerte in den letzten Monaten negativ entwickelt haben und weil die Zahl der einbezogenen Fonds und das Mittelaufkommen rückläufig waren. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass in der jüngsten Zeit eigentlich hauptsächlich institutionelle Investoren an dieser Gestaltungsform seriöses Interesse gezeigt haben, dann wird klar, dass die ehemals bestimmenden privaten Anleger zu Exoten an diesem Markt geworden sind.

Dieser Beitrag wurde erstellt von Helmut Kapferer.